Wirklich spannende war der gestrige Turniertag bei der World Series of Poker aus deutscher Sicht nicht. Die Finaltage beim $1.500 NLHE und der $10.000 World Championship liefen komplett ohne deutschsprachige Beteiligung ab und Tag 2 beim $2.500 Mixed Hold’em entwickelte sich für Eddy Scharf zum absoluten Desaster, während Ivo Donev (51./$4.512) und Claudio Rinaldi (46./$4.512) zumindest einen Cash einfahren konnten.
Ivo Donev
Eddy Scharf saß noch einige Zeit an der Rail, philosophierte über die für ihn entscheidende Hand. Doch so oft er sie auch in Gedanken durchging, das Ergebnis blieb gleich: Cooler! Es passierte gleich im elften und damit ersten Level des Tages im No-Limit Hold’em (600/1.200/200). Das Board zeigte bis zum Turn [kd][qs][5s][3s], als Kyle Ray Eddys Bet von 9.000 auf 45.800 raiste und damit All-in war. Der Kölner callte mit [9s][8s] zum Flush, Ray zeigte [as][js] zum Nutlush. Ray ging damit hoch auf 115.000, Eddy blieben noch 10.200 und war wenig später All-in.
Gegen Scott Mayfield (All-in für 15.000) und Renaud Desferet zeigte der Deutsche mit [as][ad] die Preflop-Nuts, Mayfield hatte [ts][tc] zu bieten, Desferet [ks][kh]. Der Flop mit [8s][4d][5s] änderte nichts, doch am Turn schlug der [kd] und am River folgte mit der [6s] eine Blank. Es war also einfach ein Tag, den man am besten schnell vergisst.
Seinen ersten Eintrag in die Ergebnislisten bei Liveturnieren verbuchte Randy Lew, besser bekannt unter dem Onlinenick „nanonoko”. Randy schloss das Turnier auf dem 22. Rang für $8.372 ab und war damit bester PokerStars-Spieler in diesem Feld vor Team PokerStars Pro Alex Gomes (38./$5.503).
Erster WSOP-Cash für nanonoko
Das am Freitag neu gestartete $5.000 Omaha Hi-Lo lockte insgesamt 284 zum größten Teil Pokerpros an die Tische im Amazon Room. Diese Zahl haut einen zwar nicht vom Hocker, aber im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine satte Steigerung von gut 30 Prozent. Der Preispool in Höhe von $1.334.800 wird auf die ersten 27 Plätze verteilt und für den Sieger liegen $327.040 bereit.
Es war ein erlesenes Feld und das Team PokerStars Pro, das ja immer noch auf das erste Armband in diesem Jahr wartet, trat in Mannschaftsstärke an. Daniel Negreanu, Joe Hachem, Greg Raymer, Jason Mercier, Dario Minieri und leider auch Michael Keiner sowie George Danzer mussten ihre Hoffnungen bereits an Tag 1 begraben und waren in guter Gesellschaft, denn auch Phil Ivey, Doyle Brunson, Chris Ferguson, Michael Mizrachi und viele weitere Bignames befinden sich nicht unter den 130 Spielern, die heute in den zweiten Turniertag gehen werden.
Johannes Steindl
Humberto Brenes beim $1.500 NLHE
Einen guten Tag erwischte zunächst Österreichs Team PokerStars Pro Johannes Steindl, der bis zu 55.000 Chips angehäuft hatte und lange in den Top Ten zu finden war. Im letzten Level ging es dann aber bergab und es bleiben nur 10.000 Chips für Tag 2. Weiter im Rennen sind auch Barry Greenstein (33.000), Team Online Mitglied George Lind (22.000), Alex Kravchenko (21.000) und Humberto Brenes (9.500). Humberto kaufte sich direkt nach seinem Bust-out bei Event #42 ($1.500 NLHE), den er als 16. für $21.57 abschloss, beim Omaha Hi-Lo ein. Chipleader nach Tag 1 ist Steve Chanthabouasy mit 88.000 Chips vor Sergey Altbregin (85.000).
Ein Mammutfeld wurde bereits um 12 Uhr Mittag bei einem weiteren $1.500-No-Limit-Hold’em-Turnier (Event #45) auf die Reise geschickt. Viele deutsche Spieler waren unter den 3.097 Teilnehmern zu finden und eine ganze Reihe von ihnen verabschiedet sich sehr zeitig. Für Sandra Naujoks, Meike Busch, Daniel Drescher, Konstantin Bücherl, Dragan Galic, Christophe Groß und Henning Pohl war schon in Level 3 alles gelaufen.
Einen guten Start erwischten dagegen Cort Kibler-Melby und Marvin Rettenmaier. Beide konnten ihre 4.500 Chips schnell auf 17.000 ausbauen, ob sie auch unter den 400 Spielern für Tag 2 sind, ist aber noch nicht bekannt. Der Preispool in diesem Turnier liegt bei $4.180.950 und für 324 Spieler gibt es Geld. Das Bracelet ist satte $721.373 wert.
Zum Abschluss noch ein Hinweis in eigener Sache. Auch in diesem Jahr wird am Ruhetag (11. Juli) des Main Events wieder eine PokerStars World Series Party stattfinden. Nicht zuletzt durch die Aufritte von Dita Von Teese (2008) und Nelly (2009) zählt diese Veranstaltung zu den beliebtesten in den sieben Wochen WSOP und in diesem Jahr ist Cordozar Calvin Broadus auf der Bühne am Start. Ja genau, Cordozar Calvin Broadus, besser bekannt als Snoop Dogg!
Dogg Style
Ich bin ja alles andere als ein Groupie, aber dass nach dem sensationellen Auftritt von Kelly Rowland beim PCA jetzt mein alter Homie Tha Boss Dog die Bühne rocken wird ist einfach nur Hammer. Alle PokerStars-Spieler und -Qualifikanten (plus Begleitung) sind natürlich eingeladen und aufgefordert sich dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen, denn dies sind mit Sicherheit die heißesten Tickets in diesem Sommer in Las Vegas. Alle weiteren Infos folgen in Kürze.