Trotz des 1:0-Siegs der deutschen Nationalmannschaft über die Auswahl von Ghana war im Las Vegas Hofbräuhaus von großer Euphorie nichts zu spüren. Das von Florian Langmann beim 4:0 gegen Australien mehr als überstrapazierte Megaphone wurde nur einmal, kurz nach dem Siegtreffer von Mesut Özil, von Nasr El Nasr in Anspruch genommen und auch der Verzehr von Maßkrügen hielt sich deutlich in Grenzen.
Feierstimmung kam nicht wirklich auf im Hofbräuhaus
Die Anspannung bzw. Angst vor dem möglichen Vorrundenaus war offensichtlich zu groß und als Özil in der schwachen ersten Halbzeit zunächst auch die Großchance zur Führung liegen ließ, meldeten sich erste Zweifler zu Wort. Nach dem Schlusspfiff war es dann mehr ein kollektives Durchatmen, das noch durch die Tatsache getrübt wurde, dass mit den Three Lions von der Insel nicht unbedingt der Wunschgegner im Achtelfinale auf unsere Blutjunge Truppe wartet.
Ein kurzes Aufbäumen von Florian nach dem Schlusspfiff …
… und ein letzter Schluck aus der Maß
Mehr gibt es also nicht zu sagen zum jüngsten Ausflug ins Hofbräuhaus und damit blicken wir noch kurz zurück auf den mittlerweile 26. Spieltag der World Series im Rio Convention Center. Dort sollte es doch endlich klappen mit dem ersten Bracelet für einen deutschen Pokerspieler. Doch der Auftritt am Finaltag des $1.500 NLHE Shootout (Event #39) war für Heinz Kamutzki eine einzige Enttäuschung. Bereits im zweiten Level (4.000/8.000, Ante: 1.000) waren Heinz nur noch etwas über 250.000 seiner ehemals 450.000 Chips geblieben. Dann eröffnete Brett Shaffer den Pot für 24.000, Heinz machte daraus 54.000 und Shaffer stellte ihn All-in. Der in Österreich lebende Deutsche callte mit [ts][td], Shaffer zeigte [ah][ks] und das Board wurde mit [4s][6d][2c][kc][jd] gedealt. Coinflip verloren und Heinz verabschiedete sich als erster Spieler und damit auf Rang 14 für mickrige $6.940 Preisgeld.
Nicht wesentlich besser lief es für Annette Obrestad aus Norwegen (11./$13.654) und US-Pro J.C. Tran (13./$8.637). Das Bracelet und $381.927 Preisgeld gingen an Steven Kelly.
In wenigen Stunden beginnt (23:30 Uhr MEZ) beginnt im Amazon Room für die letzten 15 Spieler der dritte Turniertag beim $1.500 Omaha Hi-Lo. Bis dorthin hat es auch Igor Götz aus Melsungen geschafft, der allerdings mit 105.000 nur auf Rang 13 im Chipcount rangiert. Das restliche Feld hat es wirklich in sich, denn neben Team PokerStars Pro Barry Greenstein (204.000) und Phil Hellmuth (331.000) sind vor allem der Brite Steve Jelinek (538.000) und Ben Lamb (320.000) zu beachten. Chipleader Ryan Karp (564.000) hat zwar schon drei WSOP-Cashes, ist aber dennoch ein eher unbeschriebenes Blatt im Pokerzirkus.
Barry Greenstein
$11.731 Preisgeld sind allen noch Beteiligten sicher, aber auf den Sieger warten $245.871 Prämie. Wobei vor allem für Greenstein und Hellmuth das Bracelet klar im Fokus steht.
Neu gestartet wurden ein weiteres $1.500-NLHE-Turnier und die $10.000 World Championship H.O.R.S.E. Beim No-Limit Hold’em gingen 2.571 Spieler an den Start und nur 278 bleiben im Rennen um die Siegprämie in Höhe von $604.222. Heute geht es also bei 270 bezahlten Plätzen direkt an die Moneybubble und die sollte vor allem für Humberto Brenes (146.400 Chips/Platz 2) und Arnaud Mattern (107.500/Platz 10) vom Team PokerStars Pro kein Problem darstellen. Im Gegenteil, beide können und werden an der Bubble ordentlich Dampf ablassen.
Humberto Brenes
Bester Spieler aus dem deutschsprachigen Raum ist der Österreicher Markus Feurle (43.300) und Alexander Burkhart aus Heilbronn wird mit 27.300 Chips notiert.
Sebastian ohne Fan-Outfit im Hofbräuhaus
Warum sich Sebastian Ruthenberg und Alex Jung am Vormittag im Hofbräuhaus so sehr zurückhielten war dann am Nachmittag um 17 Uhr Ortszeit klar, denn beide traten wie 239 andere Pokerpros zur World Championship H.O.R.S.E. an. Im Preispool liegen $2.265.400 und allein auf den Champion in dieser Allround-Variante warten satte $611.666 Preisgeld. Die ersten acht Levels, und damit Tag 1, überstanden 169 Spieler und vor allem bei Sebastian sieht es mit 96.100 Turnierchips richtig gut aus. Auch der Österreicher Markus Golser hat sich mit 77.200 Chips auf einem aussichtsreichen 22. Platz eingefunden. Alex dagegen gehört an Tag 2 mit 18.100 Chips zu den Shortstacks.
Neben Sebastian halten auch Greg Raymer (88.000), Alex Kravchenko (56.800), Ville Wahlbeck (49.700), Daniel Negreanu (49.000), Chad Brown (43.500), Joe Hachem (34.000), Jason Mercier (14.200) und Victor Ramdin (11.900) die Fahen vom Team PokerStars Pro hoch. Chipleader ist Sergey Altbregin aus Russland mit 143.000 Chips vor dem Spanier Carlos Mortensen (125.800). Scotty Nguyen ist Vierter (113.800). Um Mitternacht deutscher Zeit geht es bei den großen Jungs weiter.