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WSOP 2010: Heute geht’s ums Ganze für Benny Spindler

Mittwoch, Juni 30th, 2010

wsop2010_thn.jpgSo langsam wird es eng mit einem Bracelet für Deutschland und deshalb heißt es heute wirklich Daumen drücken und zwar für Benny Spindler. Psychobenny hat es, zusammen mit 30 weiteren Spielern, in den entscheidenden dritten Turniertag beim $5.000 Pot-Limit Omaha (Event #50) geschafft und die Ausgangsposition ist vielversprechend. Mit 339.000 in Chips liegt er auf dem fünften Rang im Chipcount, die Konkurrenz ist allerdings bärenstark.

Mach et, Benny!

Ganz oben thront mit Robert Mizrachi (758.000 Chips) einer der besten Allrounder überhaupt im Pokerzirkus, der auch schon ein Bracelet sein Eigen nennt. Das räumte er 2007 bei der World Championship Pot-Limit Omaha ab und in diesem erreichte er schon die Finaltische bei der $50.000 Players Championship und beim $1.500 H.O.R.S.E.

Einen sensationellen Lauf hat in diesem Jahr auch Team PokerStars Pro Jose Nacho Barbero, der im Februar die LAPT Punta del Este gewann und Anfang Juni den zweiten LAPT-Titel in Lima nachlegte. Auch der Argentinier liegt mit 480.000 Chips noch vor Benny.

nacho_barbero_1500_nlhe.jpgJose Nacho Barbero

Auf Rang zehn hat sich zudem Team PokerStars Pro Jason Mercier (221.000) eingefunden, der in seiner noch jungen Karriere schon neun Turniersiege vorzuweisen hat, darunter die EPT San Remo (2008), der Highroller Event der EPT London (2008), das Highroller Bounty Shootout der NAPT Venetian (2010) und nicht zu vergessen Event #5 der WSOP 2009, ein Pot-Limit Omaha Turnier.

Weitere Noteables sind Ryan D’Angelo, Di Dang, Joe Beevers, Joe Serock, Eric Liu und WSOP Heads-up Champion Ayaz Mahmood. Auf den Gewinner warten stolze $508.090 Prämie.

Beim letzten $1.500-NLHE-Event dieser World Series mussten die an Tag 2 noch recht zahlreich vertretenen deutschsprachigen Pokerspieler allesamt die Segel streichen. Dennoch sind die Top-100-Platzierungen von Bastian Fischer (44./$11.603), Christian Krupp (59./$8.033), Ronny Pickard (72./$6.797), dem Schweizer Stefan Huber (76./$5.801) und Alain Medesan (79./$5.801) aller Ehren wert, schließlich galt es sich durch ein Feld von insgesamt 2.543 Teilnehmern durchzuwühlen.

Huber_wsop_49.jpgStefan Huber (re.) in Action

Weitere Cashes gingen an Alexander Luber (131./$3.845), die Schweizer Patrick Khayat (141./$3.433), Gregor Maranta (163./$3.433) und Olaf Gartenmann (254./$2.780) sowie Andreas Martens (164./$3.433), Zlatan Kresic (210./$3.089), Michael Schulze (241./$2.780), Daniel Drescher (259./$2.780), Andre Ultsch (265./$2.780) und den Österreicher Manfred Spahn (261./$2.780).

Auch an Tag 1 beim $3.000 Triple Chance waren überdurchschnittlich viele deutschsprachige Spieler an den Tischen zu finden und umso ernüchternder ist der Blick auf die Chipcounts der letzten 175 Teilnehmer. Lediglich der Münchener Jonas Kronwitter ist mit 85.400 Chips (Rang 18 im Chipcount) wirklich gut dabei. Team PokerStars Pro Florian Langmann (34.900) und Thorsten Schäfer (22.400) bleiben ebenfalls im Rennen, bei Blinds in Höhe von 600/1.200 (Ante: 100) wird es allerdings schon langsam eng.

kronwitter_wsop_51.jpgJonas Kronwitter

peisert_wsop_51.jpgJörg Peisert

Ausgeschieden sind unter anderem Titelverteidiger Jörg Peisert, Team PokerStars Pro Jan Heitmann, Christophe Groß, Ivo Donev, Fabian Quoss, Lennart Holz, Igor Kurganov und Tim Kahlmeyer, um nur einige zu nennen. Der Preispool liegt bei $2.663.400 (965 Entries), wird auf die besten 90 Spieler verteilt und dem Nachfolger von Jörg Peisert winken $559.371 Preisgeld.

gavin_griffin_2500_mixeed.jpgGavin Griffin

Chipleader ist WPT-Titelträger Tommy Vedes mit satten 237.000 in Chips, dahinter folgen David Singer (204.100), Alessio Isaia (182.900) und Team PokerStars Pro Gavin Griffin, der es auf 134.300 bringt. Für Griffin wäre es mal wieder an der Zeit für ein Top-Ergebnis. Zwar ist er der erste Pokerspieler, der WSOP-, EPT- und WPT-Titel gewinnen konnte, aber der letzte Triumph (WPT Borgata) liegt bereits über zwei Jahre zurück.

WSOP 2010: Ein Deutscher im Finaltag des $1.000-NLHE und schlechtes Zeitmanagement beim TOC

Dienstag, Juni 29th, 2010

wsop2010_thn.jpgAcht Bracelets werden in den kommenden Tagen bei der 41. World Series noch vergeben, ehe am 5. Juli endlich die $10.000 World Championship No-Limit Hold’em im Rio All-Suite Hotel & Casino beginnt. Auch in diesem Jahr werden wieder über 1.000 PokerStars-Spieler und -Qualifikanten das Turnier stürmen, auch in diesem Jahr dreht sich hier im PokerStarsblog.de zwölf Tage lang alles um die deutschsprachigen Pokerspieler und hoffentlich wird mindestens einer von ihnen diesmal zu den November Nine gehören, die im November um das wichtigste Bracelet im Pokerzirkus und mehrere Million Dollars an Preisgeldern spielen werden.

Du hast dich über PokerStars für das Turnier des Jahres qualifiziert und möchtest, dass auch deine Familie und Freunde zuhause am PC auf dem Laufenden gehalten werden? Dann schick mir einfach eine E-Mail an robin@intellipoker.com , am besten natürlich mit Starttag, Tisch- und Sitzplatznummer, und ich werde mich auf die Suche nach dir machen.

Jetzt aber zurück zum aktuellen Geschehen im Pavillion- und Amazon Room, denn die beiden Säle waren einmal mehr fast komplett gefüllt, was vor allem an Event #49 lag. Das letzte $1.500-NLHE-Turnier lockte noch einmal satte 2.543 Spieler an die Pokertische und es geht um insgesamt $3.433.050 an Preisgeldern. 315 von ihnen überlebten die ersten zehn Levels, sodass die 270 bezahlten Plätze in greifbarer Näher sind. 45 werden also noch leer ausgehen, alle anderen haben $2.780 sicher und dürfen weiter vom Bracelet und $609.493 Siegprämie träumen.

Stefan_Huber_wsop_49.JPGAuf Braceletjagd für die Schweiz: Stefan Huber

Und wenn der Main Event näher rückt, dann rücken traditionell auch immer mehr deutschsprachige Pokerspieler in Las Vegas ein. Mit Manfred Spahn (9.800/Österreich), Andre Ultsch (13.900), Olaf Gartenmann (15.000/Schweiz), Tassilo Wilk (20.600), Thomas Gruber (26.500), Daniel Drescher (31.000), Zlatan Kresic (34.500), Michael Schulze (36.600), Christian Krupp (65.900), Alexander Luber (68.900) und Stefan Huber (80.200/Schweiz) sind ein ganze Reihe von ihnen auch an Tag 2, Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da die Chipcounts leider ohne Länderkennung angegeben sind. Neben Krupp, Luber und Huber gehören auch Team PokerStars Pro JP Kelly (61.600) und George Lind vom Team PokerStars Online (96.400) zu den Bigstacks. Chipleader ist Guiseppe Zarbo mit 156.500 in Chips.

Recht erfolgreich verläuft bisher auch das vorletzte $1.000-NLHE-Turnier (Event #47), was vor allem an Dieter Stöffler liegt, der mit 351.000 in Chips den dritten Turniertag erreicht hat und bei noch 33 verbliebenen Spielern auf dem Aussichtsreichen elften Rang liegt. Dieter hat damit schon $11.232 sicher, aber der ganz große Wurf bringt $485.791 Prämie. Chipleader ist der Ami Manuel Davidian mit 889.000, EPT-Snowfest Champion Allan Baekke ist ebenfalls noch im Rennen mit 274.000. Die Blinds beginnen heute in Level 19 bei 5.000/10.000 (Ante: 1.000).

Dieter_Stoeffler_wsop_47.jpgAuf Braceltjagd für Deutschland: Dieter Stöffler

Gecasht haben bei diesem Turnier zudem Sven Leu (142./2.927), Davor Bendin (147./$2.589), Jörg Peisert (188./$2.589), Heinz Kamutzki (209./$2.308), Alexander Neben (268./$2.083) sowie die Schweizer Fabian Keller (302./$1.886) und Frederic Rusconi (306./$1.886).

Jede Menge Betrieb gab es auch beim $5.000 Pot-Limit Omaha. Von den 460 gestarteten Spielern überlebten nur 207 – trotz drei Rebuy-Chips – die ersten acht Levels. Erwischt hat es unter anderem auch Sandra Naujoks, Ben Kang und Florian Langmann sowie Jan Collado, Thomas Kremser, Konstantin Bücherl, Markus Golser und Toni Vardjavand. Rino Mathis (26.400), Markus Lehmann (40.100), Michael Keiner (8.500), Karl Gal (3.100)und Benny Spindler (63.200) kommen heut zurück an die Tische und werden versuchen sich ein Stück von insgesamt $2.162.000 großen Preispool abzuschneiden. Bis dahin ist aber ein langer Weg, denn nur 45 Plätze werden bezahlt. Die Siegprämie liegt bei $508.090 in Chips.

keiner_wsop_2010.jpgShort beim PLO: Michael Keiner

Zum Abschluss noch ein kurzer Blick auf das Tournament of Champions, wo sich die Organisatoren der WSOP doch einigermaßen deutlich verkalkuliert haben. Im ersten Level des zweiten Tages wurde das Feld zwar von 22 auf 18 Spieler reduziert, aber die Levels 6, 7 und 8 brachten nur noch einen Bustout. Eigentlich sollten schon die neun Finalisten für den 4. Juli feststehen, doch so wird es wohl am Samstag (3. Juli) um 19 Uhr Ortszeit schon weitergehen. Spruchreif ist das aber auch noch nicht, denn dann läuft auch noch die $25.000 Six-max Challenge und das Charityturnier Ant Up for Africa. Sollte ein TOC-Spieler noch in diesen Events mitmischen, dann geht es mit dem TOC am Sonntag schon um 9 Uhr morgens los.

joe_cada_toc.jpgJoe Cada hat es an Tag 2 erwischt

Die fünf Bustouts von gestern waren Doyle Brunson, Joe Cada, Andrew Barton, Mike Sexton und Dan Harrington. Die Führung hat Mike Matusow mit 85.500 Chips vor Huck Seed (73.000) inne, Team PokerStars Pro Joe Hachem liegt mit 64.300 an fünfter Stelle, die Teamkollegen Daniel Negreanu (39.900), Barry Greenstein (29.900) und Bertrand ElkY Grospellier sind in der unteren Hälfte zu finden.

joe_hachem_toc.jpgJoe Hachem (li.) ist vorn dabei, die Legende Doyle Brunson dagegen ausgescheiden

Mit Event #51 startet heute das Turnier, bei dem im Vorjahr der Düsseldorfer Jörg Peisert das goldene Armband und über eine halbe Million Dollar abräumen konnte. Das Buy-in beim Triple Chance No-Limit Hold’em beträgt $3.000 und die Spieler bekommen 3.000 Startchips sowie zwei Rebuy-Chips, die ebenfalls je 3.000 wert sind und in den ersten vier Levels eingelöst werden müssen. Im letzten Jahr waren 854 Spieler mit von der Partie und der Gesamtpreispool lag bei $2.370.869.

WSOP 2010: Soccerfieber steckt auch die World Series an

Montag, Juni 28th, 2010

wsop2010_thn.jpgDie Elf von Jogi Löw hat offensichtlich auch in der internationalen Pokerszene mächtig Eindruck hinterlassen. Natürlich waren es vor allem die deutschen Pokerspieler, die am Sonntag mit dem deutschen Trikot an den Pokertischen im Rio Platz nahmen, aber auch bekannte Pros wie zum Beispiel der US-Amerikaner Shannon Shorr (über $3,3 Millionen an Winnings) oder der in Hong Kong lebende Australier David Steike (Sieger der Highroller Events Aussie Millions und APPT Macau 2009) ließen es sich nicht nehmen offen ihre Sympathie für das deutsche Team zu zeigen und trugen das Jersey mit dem Bundesadler.

steicke_wsop_48.jpgDavid Steicke aus Hong Kong mit dem Adler auf der Brust

Sicherlich werden auch einige große Wetten unter den Pros laufen, denn „Soccer” scheint auch in den USA in den vergangenen Jahren einen immer größeren Stellenwert zu bekommen. Das Spiel US-Boys gegen Ghana, dass zu Turnierbeginn von Tag 1A beim $1.000 im vollen Gange war, lief auf fast allen Bildschirmen im Pavillion Room und wer nicht so einen perfekten Platz hatte, wie zum Bespiel Gavin Griffin „Great view of the #worldcup game from table 108 seat 8 #wsop47″ (via Twitter), der legte die Karten in der heißen Phase einfach beiseite.

soccer_fans_during_wsop.jpgFußballfans im Pavillion Room

Als Kevin Prince Boateng die frühe Führung für Ghana erzielt hatte ging ein Raunen durch die Menge, doch der Ausgleich per Elfmeter durch Landon Donava wurde gefeiert wie das Platzen der Moneybubble im Main Event. Als nach 120 Minuten dann aber doch das Turnieraus wie in Stein gemeißelt über den Bildschirm flimmerte herrschte für einige Minuten totenstille, ehe alles wieder zur Tagesordnung überging und spätestens seit Sonntag haben die Amerikaner ihren WM-Favoriten gesehen: The Germans!

Für einen deutschen Pokerspieler begann der Sonntag dann ebenfalls sehr gut. Felix Gubitz konnte seinen Shortstack am Finaltag (noch 21 Spieler) des $5.000 Pot-Limit Omaha Hi-Lo im ersten Level mehr als verdoppeln und sich mit knapp 200.000 Chips sogar Hoffnungen auf den Finaltisch machen.

felix_wsop_46.jpgFelix ist All-in …

felix_wsop_46a.jpg… und kann seinen Stack mehr als verdoppeln

Doch letztlich war es nur ein kurzes Aufbäumen, denn etwas später verlor er einen Monsterpot um den Chiplead gegen Jeremy Harkin, fiel zurück auf 13.000 und schied letztlich auf Rang 17 für $14.455 aus. Chris Bell setzte sich letztlich gegen 4 Uhr morgens im Heads-up gegen Dan Shak ($202.142) durch und kassierte Bracelet sowie $327.040 Prämie. Rang drei ging an den Devilfish David Ulliott ($150.925).

Der heutige Finaltag beim $2.500 Mixed 8-Game wird leider ohne deutschsprachige Beteiligung ablaufen. Während Johannes Steindl, Michael Keiner und Florian Langmann sogar komplett leer ausgingen, schafften der Österreicher Markus Golser (47./$4.537) und Alex Jung aus Berlin (31./$6.324) immerhin den Sprung ins Geld. Der bereits oben erwähnte David Steicke verabschiedete sich auf Rang 22 ($7.585) und danach wurde Tag 2 abgebrochen. Das Team PokerStars Pro ist heute mit Jose Barbero (183.200 Chips), Alex Kravchenko (178.100) und Dario Minieri (145.600) noch sehr stark vertreten und auch PokerStars Friend Bill Chen (135.360), Runner-up beim $3.000 H.O.R.S.E., bleibt im Rennen um das Bracelet und $260.497 Siegprämie dabei. Chipleader ist Nikolai Yakovenko mit 310.000.

jung_wsop_48.jpgAlex Jung

Den zweiten Turniertag des $1.000-NLHE-Events erreichten 476 der insgesamt 3.128 an Tag 1A und 1B gestarteten Pokerspieler. Zu Fabian Keller (17.675 Chips), Frederic Rusconi, Konstantin Bücherl (12.800), Alexander Nebern (12.200), Bracelet-Gewinner Jörg Peisert (10.850) und Dieter Stoeffler (9.125) gesellten sich nach Tag 1B noch Sven Leu (17.675) und Davor Bendin (15.975). 324 Plätze werden hier bezahlt.

Gestartet wurde am Sonntag auch das Tournament of Champions, bei dem allerdings nur vier Levels auf dem Programm standen. Die reichten für Team PokerStars Pro Greg Raymer, Phil Ivey, Barry Shulman, Sam Farha und John Juanda allerdings aus, um die 30.000 Stratingchips an den Mann bzw. die Frau zu bringen.

raymer_wsop_toc_day1.jpgDer Weltmeister von 2004 ist schon busto

wsop_toc_day1.jpgDie Elite trifft sich zum Tournament of Champions

Chipleader ist Erik Seidel vor Johnny Chan und Mike Matusow. Auf Rang vier und fünf folgen Barry Greenstein und Joe Hachem vom Team PokerStars Pro, Teamkollege Bertrand ElkY Grospellier ist Siebter und Daniel Negreanu hat sich auf Platz elf eingefunden. Insgesamt sind noch 22 Spieler mit von der Partie, die $1.000.000 werden aber unter den neun Finalisten ausgespielt, wobei der Champion der Champions mit $500.000 den Bärenanteil abräumen wird.

Heute wird es dann erneut pickepacke voll werden im Pavillion und Amazon Room, denn um 12 Uhr (21 Uhr MEZ) wird wieder ein großes Feld beim letzten $1.500-NLHE-Turnier auf die Reise geschickt und um 17 Uhr (2 Uhr MEZ) startet das $5.000-PLO-Event (#50).

WSOP 2010: Perfekter Start in den Sonntag und jetzt sind Michael Keiner & Co. am Zug

Sonntag, Juni 27th, 2010

wsop2010_thn.jpgWas für ein perfekter Sonntagmorgen hier in Las Vegas. Deutschland schickt die „Three Lions” mit einer 4:1-Packung zurück auf die Insel und zudem können wir auch mit dem Trauma „Wembley Tor” von 1966 endlich abschließen. Zum Anpfiff war es hier 7 Uhr morgens und daher wurde diesmal nicht gemeinsam im Las Vegas Hofbräuhaus geschaut, ich bin mir allerdings sicher, dass sich dies trotz der erneut frühen Anstoßzeit im Viertfinale ändern wird.

In wenigen Stunden geht es auch schon wieder rund bei der World Series of Poker, wo die ganz großen Erfolgserlebnisse für die deutschsprachigen Pokerspieler in den vergangenen Tagen allerdings ausgeblieben sind. Der Rückblick auf den gestrigen Tag und der Ausblick auf heute lässt aber ein wenig Hoffnung aufkeimen, dass sich dies bei den laufenden Turnieren noch ändert.

Einen langen Weg hatten die 130 Spieler an Tag 2 des $5.000 Omaha Hi-Lo (Event #46) zu bewältigen, denn ab Rang 27 gab es Geld und die Bubble platzte erst gegen 3 Uhr am Morgen. Mit dem Briten Barny Boatman (23.) und Team PokerStars Pro Barry Greenstein (24./jeweils $11.479) verabschiedeten sich noch zwei echte Schwergewichte und bei 21 Überlebenden wurden die Chips eingetütet. Mit Felix Gubitz ist noch ein deutscher mit von der Partie. Der Kölner ist mit 68.000 Chips allerdings shortstacked, Chipleader Sergey Altbregin bringt es dagegen auf 486.000, Devilfish Dave Ulliott folgt mit 415.000. $11.479 Preisgeld sind sicher, doch dem Sieger winken $327.040.

Felix-Gubitz_wsop_46.JPGFelix Gubitz bleibt im Rennen (Foto: hochgepokert.de)

barry_greenstein_omaha_hilo.jpgBarry Greenstein leider nicht

Am zweiten Tag des $1.500 NLHE dauerte es gerade einmal einen Level bis die Moneybubble platzte und damit 324 Spieler mindestens $2.801 Preisgeld sicher hatten. Als bester Deutscher verabschiedete sich Lasell King auf dem 40. Rang für $13.629, davor hatte es schon Marco Liesy (131./$4.348), Thomas Wolff (139./$4.348), Ronny Schimpf (200./$3.428), Thorsten Schäfer (210./$3.428), Vincent Wagner (284./$2.801) und Marvin Rettenmaier (304./$2.801) erwischt.

Vom Team PokerStars Pro war für Victor Ramdin auf dem 51. Platz ($11.246) Endstation und der Franzose Thomas Bichon erreichte mit 264.000 sogar den dritten Turniertag. Er liegt damit an 22. Stelle von noch 35. Chipleader ist Sam Trickett – der erst vor wenigen Tagen beim $5.000 NLHE als Runner-up eine halbe Million abgeräumt hatte – mit 922.000. Die britische Onlinesensation Stephen Chidwick liegt mit 783.000 Chips auf Rang drei.

pavilion_room_1500_nlhe.jpgDer Pavillion Room platzte wieder aus allen Nähten

Während es bei den genannten Turnieren heute also in den Finaltag geht, steht beim vorletzten $1.000 NLHE erst der zweite Starttag auf dem Programm. Tag 1A nahmen 1.759 Spieler in Angriff, 310 überlebten, darunter auch die Schweizer Fabian Keller (17.675 Chips) und Frederic Rusconi sowie Konstantin Bücherl (12.800), Alexander Nebern (12.200), Bracelet-Gewinner Jörg Peisert (10.850) und Dieter Stoeffler (9.125). Als Chipleader schloss Chernykh Moscow mit 75.150 Chips ab.

keiner_wsop_48a.jpgMichael Keiner mit guten Start beim 8-Game

Den zweiten Turniertag beim $2.500 Mixed 8-Game wird Jared Jaffee mit 71.125 Chips als Führenden angehen. Insgesamt sind noch 192 der 453 gestarteten Pokerspieler dabei. Der Preispool liegt damit bei $1.041.900 und wird auf die ersten 48 Plätze verteilt. Ganz vorn ist einmal mehr auch Michael Mizrachi (4./56.875) zu finden, dahinter folgt dann schon Team PokerStars Pro Luca Pagano (54.000). Einen guten Tag erwischte auch Michael Keiner, der sich mit 33.375 Chips ebenfalls im oberen Drittel eingefunden hat. Weitere deutschsprachige Spieler im Wettbewerb sind Markus Golser (25.425), Alex Jung (22.450), Felix Osterland (19.375) und Team PokerStars Pro Florian Langmann (7.925).

Mit dem Tournament of Champions startet heute um 13 Uhr Ortszeit (22 Uhr MEZ) noch ein ganz besonderes Highlight der 41. WSOP, denn für 27 der erfolgreichsten Pokerpros geht es in diesem Einladungsturnier um insgesamt $1.000.000 an Preisgeldern. Vom Team PokerStars Pro dürfen Daniel Negreanu, Barry Greenstein, die drei Weltmeister Greg Raymer, Joe Hachem und Joe Cada sowie Wildcard-Gewinner Bertrand ElkY Grospellier an diesem Event teilnehmen und natürlich dürfen auch Doyle Brunson, Phil Ivey, Johnny Chan oder Scotty Nguyen nicht fehlen. Heute werden zunächst die neun Finalisten ermittelt, die dann erst am kommenden Freitag den Champion der Champions ausspielen.

WSOP 2010: "What’s My Name?" – Snoop Dogg

Samstag, Juni 26th, 2010

wsop2010_thn.jpgWirklich spannende war der gestrige Turniertag bei der World Series of Poker aus deutscher Sicht nicht. Die Finaltage beim $1.500 NLHE und der $10.000 World Championship liefen komplett ohne deutschsprachige Beteiligung ab und Tag 2 beim $2.500 Mixed Hold’em entwickelte sich für Eddy Scharf zum absoluten Desaster, während Ivo Donev (51./$4.512) und Claudio Rinaldi (46./$4.512) zumindest einen Cash einfahren konnten.

donev_wsop_43.jpgIvo Donev

Eddy Scharf saß noch einige Zeit an der Rail, philosophierte über die für ihn entscheidende Hand. Doch so oft er sie auch in Gedanken durchging, das Ergebnis blieb gleich: Cooler! Es passierte gleich im elften und damit ersten Level des Tages im No-Limit Hold’em (600/1.200/200). Das Board zeigte bis zum Turn [kd][qs][5s][3s], als Kyle Ray Eddys Bet von 9.000 auf 45.800 raiste und damit All-in war. Der Kölner callte mit [9s][8s] zum Flush, Ray zeigte [as][js] zum Nutlush. Ray ging damit hoch auf 115.000, Eddy blieben noch 10.200 und war wenig später All-in.

Gegen Scott Mayfield (All-in für 15.000) und Renaud Desferet zeigte der Deutsche mit [as][ad] die Preflop-Nuts, Mayfield hatte [ts][tc] zu bieten, Desferet [ks][kh]. Der Flop mit [8s][4d][5s] änderte nichts, doch am Turn schlug der [kd] und am River folgte mit der [6s] eine Blank. Es war also einfach ein Tag, den man am besten schnell vergisst.

Seinen ersten Eintrag in die Ergebnislisten bei Liveturnieren verbuchte Randy Lew, besser bekannt unter dem Onlinenick „nanonoko”. Randy schloss das Turnier auf dem 22. Rang für $8.372 ab und war damit bester PokerStars-Spieler in diesem Feld vor Team PokerStars Pro Alex Gomes (38./$5.503).

nanonoko_wsop_43.jpgErster WSOP-Cash für nanonoko

Das am Freitag neu gestartete $5.000 Omaha Hi-Lo lockte insgesamt 284 zum größten Teil Pokerpros an die Tische im Amazon Room. Diese Zahl haut einen zwar nicht vom Hocker, aber im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine satte Steigerung von gut 30 Prozent. Der Preispool in Höhe von $1.334.800 wird auf die ersten 27 Plätze verteilt und für den Sieger liegen $327.040 bereit.

Es war ein erlesenes Feld und das Team PokerStars Pro, das ja immer noch auf das erste Armband in diesem Jahr wartet, trat in Mannschaftsstärke an. Daniel Negreanu, Joe Hachem, Greg Raymer, Jason Mercier, Dario Minieri und leider auch Michael Keiner sowie George Danzer mussten ihre Hoffnungen bereits an Tag 1 begraben und waren in guter Gesellschaft, denn auch Phil Ivey, Doyle Brunson, Chris Ferguson, Michael Mizrachi und viele weitere Bignames befinden sich nicht unter den 130 Spielern, die heute in den zweiten Turniertag gehen werden.

steindl_wsop_46.jpgJohannes Steindl

brenes_wsop_42.jpgHumberto Brenes beim $1.500 NLHE

Einen guten Tag erwischte zunächst Österreichs Team PokerStars Pro Johannes Steindl, der bis zu 55.000 Chips angehäuft hatte und lange in den Top Ten zu finden war. Im letzten Level ging es dann aber bergab und es bleiben nur 10.000 Chips für Tag 2. Weiter im Rennen sind auch Barry Greenstein (33.000), Team Online Mitglied George Lind (22.000), Alex Kravchenko (21.000) und Humberto Brenes (9.500). Humberto kaufte sich direkt nach seinem Bust-out bei Event #42 ($1.500 NLHE), den er als 16. für $21.57 abschloss, beim Omaha Hi-Lo ein. Chipleader nach Tag 1 ist Steve Chanthabouasy mit 88.000 Chips vor Sergey Altbregin (85.000).

Ein Mammutfeld wurde bereits um 12 Uhr Mittag bei einem weiteren $1.500-No-Limit-Hold’em-Turnier (Event #45) auf die Reise geschickt. Viele deutsche Spieler waren unter den 3.097 Teilnehmern zu finden und eine ganze Reihe von ihnen verabschiedet sich sehr zeitig. Für Sandra Naujoks, Meike Busch, Daniel Drescher, Konstantin Bücherl, Dragan Galic, Christophe Groß und Henning Pohl war schon in Level 3 alles gelaufen.

Einen guten Start erwischten dagegen Cort Kibler-Melby und Marvin Rettenmaier. Beide konnten ihre 4.500 Chips schnell auf 17.000 ausbauen, ob sie auch unter den 400 Spielern für Tag 2 sind, ist aber noch nicht bekannt. Der Preispool in diesem Turnier liegt bei $4.180.950 und für 324 Spieler gibt es Geld. Das Bracelet ist satte $721.373 wert.

Zum Abschluss noch ein Hinweis in eigener Sache. Auch in diesem Jahr wird am Ruhetag (11. Juli) des Main Events wieder eine PokerStars World Series Party stattfinden. Nicht zuletzt durch die Aufritte von Dita Von Teese (2008) und Nelly (2009) zählt diese Veranstaltung zu den beliebtesten in den sieben Wochen WSOP und in diesem Jahr ist Cordozar Calvin Broadus auf der Bühne am Start. Ja genau, Cordozar Calvin Broadus, besser bekannt als Snoop Dogg!

snoop_dogg_performingjpg.jpgDogg Style

Ich bin ja alles andere als ein Groupie, aber dass nach dem sensationellen Auftritt von Kelly Rowland beim PCA jetzt mein alter Homie Tha Boss Dog die Bühne rocken wird ist einfach nur Hammer. Alle PokerStars-Spieler und -Qualifikanten (plus Begleitung) sind natürlich eingeladen und aufgefordert sich dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen, denn dies sind mit Sicherheit die heißesten Tickets in diesem Sommer in Las Vegas. Alle weiteren Infos folgen in Kürze.

WSOP 2010: Seb eröffnet Psychokrieg gegen Flo – Montag steigt das große Match

Freitag, Juni 25th, 2010

wsop2010_thn.jpgDie Zeit rennt in Las Vegas! In wenigen Stunden starten bereits die Events #45 und #46 im Rio Convention Center und die Vorfreude auf den Main Event (ab 5. Juli), die $10.000 No-Limit Hold’em Championship, steigt. Bei den bisherigen Sideevents lief es für die deutschsprachigen Spieler nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Ein Bracelet fehlt definitiv noch.

Hoffnung auf eine weitere starke Platzierung keimte bei der $10.000 World Championship, doch am zweiten Turniertag lief für Team PokerStars Pro Sebastian Ruthenberg, Markus Golser und Alex Jung nichts zusammen. Luckbox hielt am längsten durch, aber die bezahlten 24 Plätze waren auch bei seinem Bustout noch weit entfernt.

ruthenberg_wsop_horse.jpgSebastian Ruthenberg

Aber auch für die restlichen Team PokerStars Pros lief nicht viel zusammen. Die Twitter-Einträge von Greg Raymer und Daniel Negreanu sagen alles aus:

@KidPoker: Down to 9300 and super frustrated. Took some sick beats. In Razz no one ever catches anything but a wheel card vs me ugh. Very tilting.

@FossilMan: Peaked at 220 an hour before dinner break, never dragged another chip. Out in 60th. :-(

Die Zeit am Pokertisch hat Seb allerdings genutzt, um sich mental auf ein sehr interessantes Tennismatch vorzubereiten. Trotz einer empfindlichen 0:6-Testspielniederlage vor wenigen Tagen tönte Teamkollege Florian Langmann weiter der stärkere Spieler zu sein. Seb ließ sich natürlich nicht zweimal Bitten und so wird es am kommenden Montag (28. Juli) ganz sicher um mehr als nur die Ehre gehen. War der Test also nur ein großer Bluff von Langmann oder wird es erneut eine klare Angelegenheit für Seb? Fest steht, ein zu Null Satz dürfte am Montag richtig teuer werden.

winningugly_ruthenberg_horse.jpgPsycholgische Kriegsführung beim Tennis

Und Seb wäre nicht Seb, wenn er in der Vorbereitung nicht alle Register ziehen würde und dabei steht nicht nur viel Sport auf dem Programm. Trotz des klaren Siegs im Testspiel überlässt der Hamburger nichts dem Zufall und setzt zusätzlich zu seiner Spielstärke auf mentale Kriegsführung. „Winning Ugly” heißt das vielsagende Buch von Brad Gilbert, der in den 80iger Jahren im internationalen Tenniszirkus nie wirklich den Durchbruch schaffte, dennoch durch seine „dreckige” Spielweise gefürchtet war und später als Trainer Andre Agassi zurück in die absolute Weltspitze führte.

„Trotz des 6:0 hatte Florian weiterhin ein große Klappe und deshalb werde ich ihn am Montag fertigmachen”, ist Seb heiß auf das Match und wir sind gespannt auf ein paar fiese Psychotricks. Und wer weiß, vielleicht hat Flo ja wirklich nur einen Monsterbluff gespielt und kommt am Montag richtig aus der Ecke. Wenn dem so sein sollte, wird das Ganze ein echtes Spektakel werden.

Aber kommen wir noch einmal kurz zum Geschehen bei der WSOP zurück, denn es gibt auch diesmal eine tolle Platzierung eines jungen deutschen Pokerspielers zu vermelden. Igor Götz schied gestern am Finaltag des $1.500 Omaha Hi-Lo shortstacked zwar schon auf Platz 15 aus, womit er den Finaltisch doch deutlich verpasste, die Freude über den Deeprun war dennoch groß und $11.731 Preisgeld gab es oben drauf. Phil Hellmuth verpasste sein nächstes Bracelet am Ende ebenfalls deutlich und musste sich als Siebter mit $30.633 zufrieden geben. Mandy Thomas vom Team PokerStars Online lief auf Rang sechs für $40.169 ein.

mandy_thomas_final_table_omaha.jpgTeam PokerStars Online Mandy Thomas

Beim $1.500 No-Limit Hold’em hat kein deutschsprachiger Spieler den Finaltag der letzten 25 erreicht. Alain Medesan hielt bis Platz 30 ($14.021) durch, Alexander Burkhardt wurde 76. ($5.751), Markus Feuerle aus Östereich 224. ($3.063) und Lennart Konst 25 ($2.756). Team PokerStars Pro Humberto Brenes hat auch Tag 2 ganz weit vorn abgeschlossen. 764.000 Chips bedeuten derzeit Rang fünf im Chipcount, Chipleader James Schaaf bringt es auf 1.258.000.

Unter den 69 Pokerspielern, die heute den zweiten Tag beim $2.500 Mixed Hold’em angehen werden, befinden sich Eddy Scharf (17./79.200 Chips), der Österreicher Ivo Donev und Claudio Rinaldi aus der Schweiz. Der Chessmaster wird mit 37.000 Chips geführt (Average: 55.000), Rinaldi hat 33.300 zusammen getragen.

Heute startet dann noch ein weiteres $1.500-NLHE, bei dem wir sehr viele deutsche Spieler erwarten. Unter anderem greifen erstmals Michael Schulze, Sven Leu und Henning Pohl von Pokertoday ins Geschehen ein. Beim $5.000 Pot-Limit Omaha Hi-Lo wird Igor Götz definitiv einen weiteren Anlauf starten.

WSOP 2010: Gebremste Euphorie im Hofbräuhaus und das Warten aufs Bacelet geht weiter

Donnerstag, Juni 24th, 2010

wsop2010_thn.jpgTrotz des 1:0-Siegs der deutschen Nationalmannschaft über die Auswahl von Ghana war im Las Vegas Hofbräuhaus von großer Euphorie nichts zu spüren. Das von Florian Langmann beim 4:0 gegen Australien mehr als überstrapazierte Megaphone wurde nur einmal, kurz nach dem Siegtreffer von Mesut Özil, von Nasr El Nasr in Anspruch genommen und auch der Verzehr von Maßkrügen hielt sich deutlich in Grenzen.

german_pokerpalyers_hofbrauhaus.jpgFeierstimmung kam nicht wirklich auf im Hofbräuhaus

Die Anspannung bzw. Angst vor dem möglichen Vorrundenaus war offensichtlich zu groß und als Özil in der schwachen ersten Halbzeit zunächst auch die Großchance zur Führung liegen ließ, meldeten sich erste Zweifler zu Wort. Nach dem Schlusspfiff war es dann mehr ein kollektives Durchatmen, das noch durch die Tatsache getrübt wurde, dass mit den Three Lions von der Insel nicht unbedingt der Wunschgegner im Achtelfinale auf unsere Blutjunge Truppe wartet.

langmann_hofbrauhaus.jpgEin kurzes Aufbäumen von Florian nach dem Schlusspfiff …

langmann_hofbrauhaus1.jpg… und ein letzter Schluck aus der Maß

Mehr gibt es also nicht zu sagen zum jüngsten Ausflug ins Hofbräuhaus und damit blicken wir noch kurz zurück auf den mittlerweile 26. Spieltag der World Series im Rio Convention Center. Dort sollte es doch endlich klappen mit dem ersten Bracelet für einen deutschen Pokerspieler. Doch der Auftritt am Finaltag des $1.500 NLHE Shootout (Event #39) war für Heinz Kamutzki eine einzige Enttäuschung. Bereits im zweiten Level (4.000/8.000, Ante: 1.000) waren Heinz nur noch etwas über 250.000 seiner ehemals 450.000 Chips geblieben. Dann eröffnete Brett Shaffer den Pot für 24.000, Heinz machte daraus 54.000 und Shaffer stellte ihn All-in. Der in Österreich lebende Deutsche callte mit [ts][td], Shaffer zeigte [ah][ks] und das Board wurde mit [4s][6d][2c][kc][jd] gedealt. Coinflip verloren und Heinz verabschiedete sich als erster Spieler und damit auf Rang 14 für mickrige $6.940 Preisgeld.

Nicht wesentlich besser lief es für Annette Obrestad aus Norwegen (11./$13.654) und US-Pro J.C. Tran (13./$8.637). Das Bracelet und $381.927 Preisgeld gingen an Steven Kelly.

In wenigen Stunden beginnt (23:30 Uhr MEZ) beginnt im Amazon Room für die letzten 15 Spieler der dritte Turniertag beim $1.500 Omaha Hi-Lo. Bis dorthin hat es auch Igor Götz aus Melsungen geschafft, der allerdings mit 105.000 nur auf Rang 13 im Chipcount rangiert. Das restliche Feld hat es wirklich in sich, denn neben Team PokerStars Pro Barry Greenstein (204.000) und Phil Hellmuth (331.000) sind vor allem der Brite Steve Jelinek (538.000) und Ben Lamb (320.000) zu beachten. Chipleader Ryan Karp (564.000) hat zwar schon drei WSOP-Cashes, ist aber dennoch ein eher unbeschriebenes Blatt im Pokerzirkus.

barry_greenstein_omaha_hilo.jpgBarry Greenstein

$11.731 Preisgeld sind allen noch Beteiligten sicher, aber auf den Sieger warten $245.871 Prämie. Wobei vor allem für Greenstein und Hellmuth das Bracelet klar im Fokus steht.

Neu gestartet wurden ein weiteres $1.500-NLHE-Turnier und die $10.000 World Championship H.O.R.S.E. Beim No-Limit Hold’em gingen 2.571 Spieler an den Start und nur 278 bleiben im Rennen um die Siegprämie in Höhe von $604.222. Heute geht es also bei 270 bezahlten Plätzen direkt an die Moneybubble und die sollte vor allem für Humberto Brenes (146.400 Chips/Platz 2) und Arnaud Mattern (107.500/Platz 10) vom Team PokerStars Pro kein Problem darstellen. Im Gegenteil, beide können und werden an der Bubble ordentlich Dampf ablassen.

humberto_brenes_1500_nlhe.jpgHumberto Brenes

Bester Spieler aus dem deutschsprachigen Raum ist der Österreicher Markus Feurle (43.300) und Alexander Burkhart aus Heilbronn wird mit 27.300 Chips notiert.

ruthenberg_hofbrauhaus.jpgSebastian ohne Fan-Outfit im Hofbräuhaus

Warum sich Sebastian Ruthenberg und Alex Jung am Vormittag im Hofbräuhaus so sehr zurückhielten war dann am Nachmittag um 17 Uhr Ortszeit klar, denn beide traten wie 239 andere Pokerpros zur World Championship H.O.R.S.E. an. Im Preispool liegen $2.265.400 und allein auf den Champion in dieser Allround-Variante warten satte $611.666 Preisgeld. Die ersten acht Levels, und damit Tag 1, überstanden 169 Spieler und vor allem bei Sebastian sieht es mit 96.100 Turnierchips richtig gut aus. Auch der Österreicher Markus Golser hat sich mit 77.200 Chips auf einem aussichtsreichen 22. Platz eingefunden. Alex dagegen gehört an Tag 2 mit 18.100 Chips zu den Shortstacks.

Neben Sebastian halten auch Greg Raymer (88.000), Alex Kravchenko (56.800), Ville Wahlbeck (49.700), Daniel Negreanu (49.000), Chad Brown (43.500), Joe Hachem (34.000), Jason Mercier (14.200) und Victor Ramdin (11.900) die Fahen vom Team PokerStars Pro hoch. Chipleader ist Sergey Altbregin aus Russland mit 143.000 Chips vor dem Spanier Carlos Mortensen (125.800). Scotty Nguyen ist Vierter (113.800). Um Mitternacht deutscher Zeit geht es bei den großen Jungs weiter.

WSOP 2010: Auch Konstantin Bücherl verpasst das Bracelet, aber Heinz Kamutzki ist der nächste Kandidat

Mittwoch, Juni 23rd, 2010

wsop2010_thn.jpgDie deutschen Pokerspieler in Las Vegas müssen weiter auf das erste Bracelet bei der 41. WSOP im Rio Casino and Hotel warten. 25 Spieler kehrten zum dritten Turniertag der $10.000 World Championship Pot-Limit Hold’em in den Amazon Room zurück, darunter Team PokerStars Pro Sandra Naujoks und Konstantin Bücherl. Es ließ sich gut an für die beiden. Als Shortstack gestartet, schaffte Sandra den so wichtigen Verdoppler mit [ah][ks] gegen [kd][7d] von Marc Inizan und war mit 264.000 Chips wieder im Spiel. Konstantin baute seinen Stack durch die Eliminierungen von Thomas Pettersson (20.) und Steve Landfish (18.) deutlich aus. Für die Berlinerin war dann aber auf Rang 15 ($34.639) Endstation, nachdem sie mit Pocket-Fünfen gegen Pocket-Neuer von Clement Thumy keine Hilfe fand.

Konstantin dagegen dominierte den Finaltag im 21. Level (9.000/18.000) überdeutlich. Zunächst musste Shortstack Allen Kessler (14.) dran glauben und ein Double-up gegen Chipleader Inizan bedeutete sogar die Führung mit 1,4 Millionen Chips. Kurz vor dem Ende des Levels hatte er den Franzosen dann sogar vor dem Flop mit [ah][jh] gegen [as][9s] All-in. Das Board brachte [qh][th][9d][3h][kh] und damit den Royal Flush für den Regensburger, der seinen Stack bei noch zehn Spielern auf satte 1.825.000 ausgebaut hatte.

Level 21: Konstantin im Chiprausch

Doch es sollte wieder richtig eng werden. Zunächst verdoppelte Dani Stern mit Pocketjacks gegen die [as][kh]-Kombo von Konstantin, der dann auch einen großen Pot gegen Tom Marchese aufgeben musste und in Level 24 (15.000/30.000) plötzlich mit 550.000 Chips nur noch auf Rang acht rangierte. Einen Level später, bei noch sieben Spielern war Konstantin dann gegen Marchese erstmals All-in, hatte im Showdown aber [kc][kd] zu bieten und verdoppelte gegen [jd][js] auf 1,5 Millionen.

Es wurde richtig spannend, denn nachdem Peter Jetten und Marchese auf den Plätzen sieben und sechs die Segel streichen mussten, lag Konstantin mit 1,62 Millionen an dritter Stelle, hinter James Calderaro (2,4 Millionen) und Valdemar Kwaysser (2,3 Millionen). Es war ein Auf und Ab für den Deutschen, der einen großen Pot an Kwaysser abgab, dann Matt Marafioti aufdoppelte, um wenig später gegen den Kandier selbst wieder auf über eine Million zu verdoppeln. Konstantin war nahezu in jeder größeren Hand verwickelt, der Gegner hieß immer wieder Valdemar Kwaysser. Gegen den Ungarn kam es dann bei noch vier Spielern zu einem Monsterpot. Nach einem wahren Preflop-Battle landeten die 2,165 Millionen Chips von Konstantin komplett in der Mitte und er war mit [ac][qh] von [as][ks] dominiert. Das Board wurde mit [3d][kh][th][8d][4h] gedealt und Konstantin Bücherl war auf Rang vier für $214.106 Preisgeld ausgeschieden.

Kwaysser eliminierte wenig später auch James Calderon ($284.845), was ihm einen Chiplead von über 11 zu 1 gegenüber Marafioti einbrachte. Der Kanadier kämpfte sich noch auf etwas über zwei Millionen hoch, doch als er am Flop ([jc][6s][tc]) mit [kc][6c] All-in war , lag er gegen [jd][8d] von Kwaysser knapp hinten und konnte seine Hand nicht mehr verbessern. Somit geht bereits das zweite Bracelet in diesem Jahr nach Ungarn, das Preisgeld betrug $617.214. Marafioti erhielt für Rang zwei $381.507.

Die nächste Bracelet-Chance für einen deutschen Pokerspieler gibt allerdings schon am Mittwoch (natürlich nach dem WM-Spiel Deutschland – Ghana). Heinz Kamutzki gewann auch seinen zweiten Tisch beim $1.500 NLHE Shootout und hat somit den Einzug in das Finale geschafft. Aufgrund der Gesamtteilnehmerzahl von 1.400 Spielern, sind allerdings noch 14 Spieler übrig und der Sieger wird im normalen Turnierformat (Startingstack 450.000) ausgespielt. $6.955 sind Heinz bereits sicher, aber natürlich drücken wir alle Daumen, damit es endlich ein Bracelet zu vermelden gibt, das in diesem Fall durch $382.725 Preisgeld aufgewertet wird.

heinz_wsop_shootout.jpgHeinz Kamutzki

Beim $2.500 Razz haben Team PokerStars Pro Katja Thater, ihr österreichischer Teamkollege Johannes Steindl und Hanno Offen den Sprung in die bezahlten Plätze verpasst. Den Finaltag haben 15 Spieler erreicht, mit Melville Lewis (504.000) als Chipleader.

hanno_wsop_Razz.jpgKein Geld für Hanno (re.) im Razz

Beim heute beginnenden $1.500 NLHE werden sicherlich nicht allzu viele deutsche Spieler mit von der Partie sein. Um 11:30 Uhr (20:30 Uhr MEZ) wird dagegen das Hofbräuhaus Las Vegas aus allen Nähten platzen und wir dürfen hoffentlich das Erreichen des Achtelfinals der deutschen Nationalelf in Südafrika feiern. Wenn Heinz Kamutzki dann auch noch der ganz große Wurf gelingen sollte, wird der Lärmpegel im Amazon Room mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein neues Allzeithoch erreichen.

WSOP 2010: Ein Höhepunkt jagt den nächsten

Dienstag, Juni 22nd, 2010

wsop2010_thn.jpgVor zwei Jahren war ich zum ersten Mal für den PokerStarsblog bei der World Series of Poker und entsprechend beeindruckt von der Größe der Turnierareas im Convention Center des Rio Hotel and Casino. „Wie soll man hier bloß den Überblick behalten?”, fragte ich mich damals beim ersten Blick in den gewaltigen Amazon Room, der rund 12000 Pokerspielern gleichzeitig Platz bietet.

Seit Sonntagnacht bin ich nun zum dritten Mal n Las Vegas und gestern führte mich der Weg natürlich gleich ins Rio, schließlich musste zunächst einmal der erstmals seit 2005 für die WSOP hergerichtete Pavillion Room begutachtet werden. Den Raum selbst kannte ich bereits, denn im Vorjahr fand dort die viertägige Pokermesse PokerPalooza – auch bekannt als Gaming Lifestyle Expo – statt, die Ausmaße waren aufgrund der Aufteilung durch diverse große Wände allerdings nicht zu überblicken.

pavillion_room.jpgDer Pavillion Room

Jetzt, wo dort 257 Pokertische auf 5.800 qm verteilt sind, werden die Ausmaße aber überdeutlich. Blickt man von einer Ecke des Raumes in die gegenüberliegende, dann erkennt man mit bloßem Auge tatsächlich nur einen wilden Haufen Ameisen und ich habe schon jetzt großen Respekt vor dem, was mich zum Main Event erwartet. Ab dem 5. Juli gibt es hier im Blog natürlich wieder Liveupdates vom größten Pokerturnier der Welt und als Blogger gilt es dann den Überblick über Amazon- und Pavillion Room zu behalten. Eine ganz neue Herausforderung.

Heute werde ich dem Rio erneut einen Besuch abstatten, diesmal aber mit Fotokamera ausgestattet. Jetzt widmen wir uns aber der Action an den Pokertischen, denn am Montag ist einiges passiert und auch der Ausblick für den heutigen Dienstag ist ebenfalls vielversprechend.

Wie die meisten von euch bereits wissen, hat Moritz Schmejkal das Bracelet bei der $10.000 World Championship Heads-up leider verpasst. Nachdem das erste Match der „best-of-three”-Serie gegen Ayaz Mahmood in der Nacht von Sonntag zu Montag verlorene gegangen war, stand Moritz natürlich unter Druck und musste die zweite Partie unbedingt gewinnen.

Es begann alles andere als gut für den Deutschen, der schon nach dem ersten Level mit 1,47 zu 6,21 Millionen Chips deutlich hinten lag. Doch Moritz kam zurück und es bahnte sich erneut ein echter Marathon an. Nach gut vier Stunden Spielzeit hatte Moritz erstmals knapp die Führung übernommen und die Spieler einigten sich gegen 23 Uhr auf ein einstündiges Dinnerbreak.

heads-up_moritz.jpgMoritz (re.) im Finale gegen Mahmood

Als es weiterging waren Presse und Railbirds längst auf eine lange Nach eingestellt, doch 30 Minuten nach Wiederbeginn kam es etwas überraschend am Flop mit [ah][td][9c] zum All-in. Mahmood hatte Moritz gecheckraist, der reagierte mit einer weiteren Erhöhung und Mahmood ging sofort All-in. Moritz war gecovert und er callte mit seinen restlichen 1,45 Millionen und [ad][6s] für Toppair. Mahmood drehte [qh][th] um und lag hinten. Am Turn folgte der [jd], der Mahmood einige weitere Outs brachte und tatsächlich materialisierte sich die Straight mit dem [ks] am River.

Moritz war geschlagen, doch die Entschädigung für das verpasste Bracelet fiel mit $386.636 recht üppig aus, sodass die Schmerzen sicherlich nicht allzu lange anhalten werden. Der neue World Champion Heads-up heißt Ayaz Mahmood und neben dem Bracelet gab es $625.682 Siegprämie.

Railbirdtechnisch war in der gegenüberliegenden Ecke des Amazon Rooms wesentlich mehr los und das aus gutem Grund. Das Lineup am Finaltable des $3.000 H.O.R.S.E. war gespickt mit großen Namen. John Junda war der Chipleader, gefolgt von Friend of PokerStars Bill Chen und Phil Ivey. Dazu kamen unter anderem WSOP Player of the Year 2009 Jeff Lisandro und Team PokerStars Chad Brown.

Für Downtown Brown reichte es auch diesmal nicht zum ersten Bracelet, er musste ich bereits auf Rang acht für $29.406 verabschieden, nachdem seine letzten Chips im Hold’em an Bill Chen gingen. Jeff Lisandro musste sich mit Rang fünf ($68.417) verabschieden und nachdem Ken Aldridge auf Platz vier ($93.418) den Tisch verlassen hatte, führte Chen mit 2,6 Millionen deutlich vor Juanda (1,1 Millionen) und Ivey (620.000). Zum dritten Bracelet reichte es aber nicht.

horse_final.jpgDie Finalisten beim $3.000 H.O.R.S.E.

Ivey eliminierte Juanda ($129.553), holte danach einen 1 zu 3 Chiprückstand auf und feierte letztlich den Gewinn seines achten WSOP-Bracelets, das mit für ihn sicherlich nebensächlichen $329.840 versüßt wurde. Bill Chen nahm als Runner-up $203.802 in Empfang.

Deutsche Bracelet-Chancen gibt es heute Abend bei der $10.000 World Championship Pot-Limit Hold’em. Bei 26 Spielern wurde der zweite Turniertag beendet und mit Konstantin Bücherl (301.000 Chips) sowie Team PokerStars Pro Sandra Naujoks (154.000) haben wir noch zwei heiße Eisen im Feuer. Chipleader Peter Jetten bringt es allerdings schon auf 684.000 Chips.

sandra_naujoks_plhe.jpgSandra Naujoks

Konstantin und Sandra sitzen heute Abend zusammen am Tisch, wenn es in Richtung Finaltisch geht und bekommen es mit Thomas Marchese (572.000), Thomas Pettersson (157.000), Dustin Woolf (126.000), Clement Thumy (616.000), Vitaly Lunkin (180.000) und Blair Rodman (255.000) zu tun.

Die bezahlten Plätze sind damit zwar erreicht und $21.665 Preisgeld sicher, aber es darf natürlich ein wenig mehr sein. Schließlich gibt es für den Sieg nebst Bracelet satte $617.214 Prämie.

Im Geld sind auch die 140 Pokerspieler, die sich für Tag 2 des $1.500 NLHE Shootout qualifiziert haben. Aus dem deutschsprachigen Raum haben Tim Kahlmeyer und der Schweizer Sam El Sayed ihre Tische in der ersten Runde gewonnen und damit $5.632 sicher. Auf den Sieger warten morgen dann $382.725.

Zudem beginnt heute Tag 2 des $2.500-Razz-Turniers. 160 der 365 gestarteten Spieler sind noch im Turnier, 40 Plätze werden bezahlt und aus dem deutschsprachigen Raum lief es für Team PokerStars Pro Katja Thater am besten. Die Bracelet-Gewinnerin in dieser Disziplin geht mit 33.700 Chips in den zweiten Tag, was Rang 19 im Chipcount bedeutet. Nicht ganz so gut sieht es bei Hanno Offen (13.600) und Team PokerStars Pro Johannes Steindl (9.900) aus. Die erste Preisgeldstufe liegt bei $4.550, die Siegprämie bei $214.085.

Es wird also erneut ein spannender Tag im Rio und am Mittwoch folgt dann ja auch der nächste Höhepunkt, wenn sich die deutsche Pokergemeinde im Las Vegas Hofbräuhaus zum entscheidenden WM-Vorrundenspiel der deutschen Elf gegen Ghana trifft.

Stay tuned …

WSOP 2010: Moritz Schmejkal muss mit Rückstand in die Verlängerung

Montag, Juni 21st, 2010

wsop2010_thn.jpgAcht Spieler kehrten am Sonntag zur mit Spannung erwarteten Entscheidung der $10.000 World Championship Heads-up in den Amazon Room des Rio Hotel zurück. Nachdem es Alex Kravchenko und Bertrand ElkY Grospellier (je $38.424) im Achtelfinale erwischt hatte, musste Vanessa Rousso die Kohlen für das Team PokerStars Pro aus dem Feuer holen und dabei kam es ausgerechnet zum Aufeinandertreffen mit dem letzten deutschen Vertreter Moritz Schmejkal.

Der Weg ins Viertelfinale führte für Moritz über Nikolay Evdakov, Joao Barbosa, Juan Ramirez, David Williams und eben Alex Kravchenko. Vanessa hatte sich gegen ihren deutschen Teamkollegen Johannes Strassmann, Vadim Trincher, Terrence Chan, Melanie Weisner und Vivek Rajkumar durchgesetzt.

Begonnen wurde mit 960.000 Turnierchips, Blinds in Höhe von 4.000/8.000 und erst gegen Ende des siebten Levels (15.000/30.000) konnte sich Moritz den entscheidenden Vorteil erspielen. Vanessa limpte zunächst, bezahlte dann das Raise von Moritz auf 100.000 und der Flop brachte [3h][9s][5h]. Moritz setzte für 100.000 nach und Vanessa ging nach langer Bedenkzeit All-in. Sie hatte den Deutschen deutlich gecovert, doch Moritz benötigte nur einige Sekunden und callte mit [8c][8h]. Vanessa drehte [7s][6c] für den doppelten Bauchschuss zur Straight in die Mitte, aber die [5d] und die [9c] halfen nicht und Moritz lag mit 3 zu 1 nach Chips vorn.

schemjkal_rousso_heads-up.jpgMoritz und Vanessa Heads-up

Im nächsten Level (20.000/40.000) gab es eine ganze Reihe All-ins, die nicht gecallt wurden, doch nach gut vier Stunden Spielzeit war es soweit. Moritz hatte mit [js][3s] einmal mehr gepusht und Vanessa callte mit [ah][4h]. Das Board wurde mit [2s][ts][9c][8s][qd] gedealt, Moritz stand im Halbfinale und Vanessa musste sich mit $92.580 Preisgeld zufrieden geben.

In der Runde der letzten vier Spieler musste Moritz gegen Alexander Kostritsyn ran und diesmal ging es ganz schnell. Moritz lag früh mit 2,5 zu 1,3 Millionen vorn, dreibettete den Russen nach gut einer halben Stunde und der callte. Am Flop wurde [kc][2s][kd] gedealt, Kostritsyn callte weitere 80.000 und es folgte die [5s] am Turn. Diesmal check-raiste Moritz auf 450.000, Kostritsyn überlegte lange und erhöhte auf 750.000. Moritz setzte seinen Kontrahenten daraufhin All-in, der callte und es kam zum Showdown:

Kostritsyn: [ac][ah]
Schmejkal: [ks][4d]

Kostritsyn war bedient und musste nach der [5h] am River seine Hoffnungen endgültig begraben. Ihm blieb ein Preisgeld in Höhe von $214.289.

Moritz dagegen saß im Finale Ayaz Mahmood gegenüber, der sich zuvor gegen Jason Somerville durchgesetzt hatte. Diesmal wurde best-of-three gespielt und beide zeigten, dass es überhaupt nichts zu verschenken gibt. Nach langen sechseinhalb Stunden war gerade einmal das erste Match beendet. Am Flop mit [7s][qh][5h] kam es zum All-in für Mahmood, der im Showdown [ks][7h] zeigte und gegen [qs][jc] für Toppair von Moritz hinten lag. Doch gleich am Turn kam der [kh] und nach einer Blank am River blieben Moritz nur noch 130.000 Chips.

schmejkal_heads-up_finale.jpgMoritz im Finale gegen Ayaz Mahmood

Mahmood ging wenig später mit 1:0 in Führung und da es bereits nach fünf Uhr am Morgen war, wurde die endgültige Entscheidung vertagt. Heute Abend um 19 Uhr Ortszeit Las Vegas (4 Uhr MEZ) geht es damit weiter im Kampf um das Bracelet und $625.682 Preisgeld. Auf den Verlierer, bzw. Runner-up, der Heads-up Championship warten $386.636.

Und was ist sonst noch passiert im Rio Casino? Team PokerStars Katja Thater erreichte an Tag 2 beim $3.000 H.O.R.S.E. den 34. Platz und kassierte ein Preisgeld in Höhe von $6.807. 25 Spieler gehen heute in den Finaltag, ganz vorn liegt John Juanda mit 393.000 in Chips. Weitere Bignames sind unter anderem Team PokerStars Pro Chad Brown, Bill Chen, Phil Ivey, Jeff Lisandro und David Benyamine.

thater_wsop_37.jpgKatja Thater

Den ersten Tag der $10.000 World Championship Pot-Limit Hold’em schloss Tom Marchese mit 334.600 als Führender ab. Der Tscheche Martin Kabrhel folgt mit 203.000. Insgesamt haben 135 Spieler den zweiten Turniertag erreicht, darunter auch Johannes Strassmann und Sandra Naujoks vom deutschen Team PokerStars Pro sowie Noah Boeken, Daniel Negreanu und Joe Hachem. Insgesamt 268 Teilnehmer sorgten für einen Preispool in Höhe von $2.519.200, der auf die ersten 27 Plätze verteilt wird. Das Bracelet bringt satte $617.214.

Heute Abend laufen dann auch das $1.000 NLHE (Tag 2), das $1.500 NLHE Shootout (Tag 1) und das $2.500 Razz (Tag 1).

Fotos: Pokernews.com