WSOP 2010: Samuel Gerber gewinnt knapp $300.000, Nico Behling erreicht Finaltag
Donnerstag, Juni 10th, 2010
Einen großen verbuchte der Schweizer Pokerspieler Samuel Gerber. 16 Spieler waren in den entscheidenden Tag gestartet und es dauerte nicht lange, bis die sechs Finalisten von Event #16 feststanden. Samuel war dabei und lag mit 1.075.000 Chips an vierter Stelle des Chipcounts. Klar vorn lag der amtierende Champion der EPT Barcelona, Carter Phillips, mit 3.175.000. Craig Bergeron und Russel Thomas hielten nur unwesentlich mehr Chips als Samuel.
Der Schweizer eliminierte Russel Thomas mit [kh][ks] gegen [ad][kd] auf Rang fünf, doppelte danach aber Shortstack Hugo Perez auf, sodass sein Stack zunächst konstant bei einer Million blieb. Doch dann kam es zu einer entscheidenden Hand gegen Criag Bergeron. Das Board zeigte [tc][9d][5h][9s][6d], Samuel hatte Flop und Turn gebettet und schob am River seine verbliebenen 907.000 All-in. Bergeron callte, sah [jc][9h] beim Schweizer und zeigte tatsächlich [kc][qs] für den Herocall, ehe er Samuel auszahlte. Samuel schoss hoch auf 2,6 Millionen, doch es blieb spannend. Bergeron gelang das Comeback, indem er mit [ah][qd] gegen [jh][jd] von Samuel verdoppelte und auch Perez auf Rang vier vom Tisch nahm.
Zu dritt kam es schnell zum nächsten Showdown. Phillips hatte den Pot eröffnet und setzte Bergeron mit einer 4-Bet auch All-in. Bergeron callte zügig mit [7d][7h] und hatte Phillips kalt erwischt, denn der wollte mit [js][7s] sicherlich nicht gecallt werden. Im Pot lagen über vier Millionen Chips und gleich der Flop mit [jh][ac][8h] brachte die Wende zu Gunsten von Phillips, der den Pot letztlich einstrich und mit einer deutlichen Führung in das Heads-up ging.
Samuel Gerber (Foto: Pokernews.com)
Das verlief kurz und schmerzlos. Samuel raiste auf 100.000, Phillips machte daraus 275.000 und snapcallte das darauffolgende All-in des Schweizers mit [ad][kc]. [qc][8d] bedeuteten zwei Livecards für Samuel, aber das letzte Board wurde mit [7s][ah][9d][jc][5d] gedealt. Carter Phillips feierte den zweiten großen Triumph seiner Karriere, der mit $482.774 und dem Bracelet belohnt wurde, und Samuel Gerber hat als Runner-up für über $298.726 Preisgeld ebenfalls allen Grund zu jubeln. Herzlichen Glückwunsch!
Das Bracelet und $472.479 beim $1.000-NLHE-Turnier (Event #13) geht an Stephen Gee, der sich im Heads-up gegen Matthew Vance ($292.232) durchgesetzt hatte. Bester deutschsprachiger Spieler bei diesem Turnier war Markus Faller aus Mömbris auf Rang 62 für $6.132.
Tag 2 des 17. Events der World Series ($5.000 NLHE) nahm Nico Behling aus Jena als Fünfter in Chips in Angriff, doch es lief zunächst einiges schief. Gegen Paul Foltyn kam es bereits vor dem Flop zum All-in. Nico hatte seinen Kontrahenten deutlich gecovert, dominierte mit [ad][ks] gegen [as][qh] und es winkte die Führung im Chipcount. Doch gleich im Flop legte der Dealer die entscheidende [qd], 210.000 Chips wanderten in die falsche Richtung und Nico musste mit 70.000 weiterspielen. Es ging danach sogar runter auf 20.000, aber Nico schaffte das Comeback. Mit einem Verdoppler an der Moneybubble (2.000/4.000, Ante: 500), [6c][6s] hielt gegen [as][jc], war er zurück bei 135.000 und in der Schlussphase von Tag 2, bei noch 19 Spielern, hielt dann auch [ah][kc] gegen [ac][qh].
Nico Behling (Foto: hochgepokert.de)
18 Spieler werden heute Nacht dann um das Bracelet und $818.959 Siegprämie spielen. Nico Behling ist mit 352.000 Chips dabei und auch Dragan Galic hat seine Chance mit 226.000 gewahrt. Es wird allerdings knackig für die beiden, denn die Blinds beginnen bei 8.000/16.000 (Ante: 2.000) und die Führenden im Chipcount, Jason DeWitt, Jeff Williams, Amit Makhija sowie Paul Foltyn haben jeweils über 1,2 Millionen Chips eingesammelt. Mit Antonio Esfandiari und James Caroll liegen zwei weitere Bignames in den Top10. Sicher ist allen ein Preisgeld in Höhe von $31.305. In die bezahlten Plätze schafften es zudem Thorsten Schäfer aus Rodgau (67./$10.497), Marco Liesy aus Speyer (58./$12.283) und der Hamburger Lennart Holz (30./$20.845).
Neu gestartet sind die Events #18 und #19, die wie erwartet nicht die ganz großen Massen anzogen. Trotz des niedrigen Buy-ins von $2.000 waren es beim Limit Hold’em „nur” 476 Spieler, womit der Preispool bei $866.320 liegt und für den Sieger $203.607 bereit stehen. Tag 1 überlebten letztlich 109 Teilnehmer mit Josh Honegger (87.000 Chips) und dem in der Schweiz lebenden Daniel amichaiKK Makowsky an der Spitze (74.600). Was bei den deutschsprachigen Spielern um Malte Strothmann und Ivo Donev herausgesprungen ist werden erst die offiziellen Zahlen bringen.
Mit Event #19 wurde die nächste $10.000 World Championship angepfiffen, diesmal im No-Limit Deuce to Seven Draw. Wie gewohnt trat fast alles an was Rang und Namen in der Pokerszene hat und mit George Danzer und dem Schweizer Anton Allemann haben sich auch zwei deutschsprachige Team PokerStars Pros eingemischt. Von den 101 Startern (Preispool $949.400) überlebten 74 die ersten acht Levels, George und Anton wurden in den Chipcounts zuletzt mit 30.000 bzw. 36.000 geführt. Chipleader ist Homan Houshiar mit 116.100 Chips vor Tommy Vedes mit 112.600. Dabei bleiben auch Daniel Negreanu, Chad Brown, Bary Greenstein, Jason Mercier und Greg Raymer.
George Danzer (li.) und Anton Allemann
Heute Abend beginnen dann auch zwei weitere Turniere. Für ein Buy-in von jeweils $1.500 stehen Pot-Limit Omaha (Event #20) und Seven Card Stud (Event #21) zur Wahl.








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