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WSOP 2010: $1.000-Tunrier bringt die Veranstalter fast in Bedrängnis

Montag, Mai 31st, 2010

wsop2010_thn.jpgDer dritte Tag der 41. World Series of Poker sorgte für ein wenig Gesprächsstoff bei Spielern und Organisatoren. Im Blickpunkt stand Event #3, das $1.000-NLHE-Turnier, denn die für die beiden Starttage angesetzten zehn Levels wären fast des Guten zu viel gewesen. Tag 1A hatten nur 276 Spieler überlebt und somit bestand die Gefahr, dass einige Spieler, die spät an Tag 1A ausgeschieden waren, noch in die Geldränge rutschen könnten.

vanessa_rousso_wsop_event3b.JPGVanessa Rousso hat Tag 2 beim $1.000 NLHE erreicht

Weitere 1.744 Pokerspieler an Tag 1B schraubten die Gesamtteilnehmerzahl auf 4.345, womit der Preispool in Höhe von $3.910.500 auf die ersten 441 Plätze verteilt wird. Das bedeutete gleichzeitig, dass mindestens 166 Spieler den Tag überleben mussten, um das Platzen der Moneybubble an Tag 1B zu verhindern. Das hätte die Veranstalter beim festsetzen der Preisgeldgewinner nämlich in Erklärungsnot gebracht, denn auch die letzten (aber nicht notierten) Bust-outs von Tag 1A müssten dabei berücksichtigt werden. Am Ende tüteten aber noch rund 200 Spieler Chips ein und alles wird an Tag 2 den gewohnten Gang nehmen. Auf den Sieger bei diesem auf vier Tage angesetzten Turnier warten neben dem Bracelet beeindruckende $625.872 Preisgeld.

Auch bei der $50.000 Poker Player’s Championship sind die 16 bezahlten Plätze noch nicht erreicht. 54 Teilnehmer waren in den dritten Turniertag gestartet und mit Barry Greenstein sowie Noah Boeken mussten sich die letzten zwei Vertreter vom Team PokerStars Pro vorzeitig verabschieden. Auch George Lind vom Team PokerStars Online ist nicht unter den 21 Spielern zu finden, die heute Nacht um den Einzug an den Finaltisch kämpfen werden.

noah_boeken_wsop_event2.JPGNoah Boeken

Chipleader ist der in den Fokus der Steuerbehörden geratene US-Amerikaner Michael Mizrachi mit 1.483.000 in Chips. Knapp dahinter folgt mit dem Russen Vladimir Schmelev (1.432.000) einer der wenigen verbliebenen „Ausländer”. Auch der Bruder von Michael, Robert Mizrachi, liegt als Sechster (1.032.000) aussichtsreich im Rennen. Und dann leuchtet in den Chipcounts auch noch eine schwarz-rot-goldene Flagge, die dort aber wohl nicht hingehört. Ilya Bulychev (602.000) wurde zuletzt bei den EPT-Turnieren in Kiew und Monte Carlo unter russischer Flagge geführt.

Das erste Bracelet der WSOP 2010 schnappte sich bereits gestern Hoai Pham beim $500 Employees Event. Der Dealer aus dem Village Club Card Room in Chula Vista (Kalifornien) erhielt für seinen Sieg $71.424 Prämie. Herzlichen Glückwunsch!

Außerdem ging vor etwas über einer Stunde auch der erste Tag beim $1.500 Omaha Hi-Lo (Event #) zu Ende. Dort hatten 818 Teilnehmer für einen Preispool in Höhe von $1.104.3000 gesorgt. Die Pay-outs für dieses Turnier liegen noch nicht vor, aber bei 297 Spielern für Tag 2 sind die bezahlten Plätze auch noch ein Stückchen entfernt. Daniel Negreanu, Barry Greenstein, Greg Raymer, Humberto Brenes, Chad Brown, Jason Mercier und George Danzer vom Team PokerStars Pro wird es ohnehin egal sein, den für sie war an Tag 1 Endstation.

Während heute NLHE-Liebhaber mit Event #5 (Buy-in $1.500) erneut auf ihre Kosten kommen werden, nimmt die 41. WSOP aber erst ab Dienstag so richtig Fahrt auf. Dann wird nicht nur das Bracelet bei der $50.000 Poker Player’s Championship vergeben, es starten mit dem $5.000 NLHE Shootout und dem $2.500 2-7 Triple Draw auch zwei weitere Turniere und ab da stehen täglich Entscheidungen auf dem Programm.

WSOP 2010: Erster Großkampftag im Rio Casino

Sonntag, Mai 30th, 2010

wsop2010_thn.jpgSeit Freitag läuft die 41. Auflage der World Series of Poker im Rio Hotel & Casino von Las Vegas und die erste Entscheidung lässt weiter auf sich warten. Wie in den Vorjahren durften auch in diesem Jahr zum Auftakt die Casino-Angestellten an die Tische, um in einem auf zwei Tage angesetzten $500-NLHE-Turnier ihren Champion zu ermitteln. Dort läuft allerdings zur Stunde (3 Uhr Ortszeit Las Vegas) immer noch der Final Table und für vier Spieler geht es noch um das Bracelet sowie $71.424 Siegprämie.

Vor wenigen Minuten beendet wurde der zweite von insgesamt fünf Turniertagen bei der mit Spannung erwarteten $50.000 Poker Player’s Championship. Dort hatten wir auch auf einen Auftritt von Sebastian Ruthenberg erwartet, aber der deutsche Team PokerStars Pro war am Freitag dann doch nicht unter den 116 Teilnehmern zu finden. Am ersten Tag standen fünf 90-minütige Levels auf dem Programm und bei satten 150.000 Turnierchips zum Start verwunderte es nicht, dass nur sechs Spieler ihre Plätze räumen mussten. Dazu gehörte unter anderem auch Tom Dwan und ein Twitter-Eintrag von Daniel Negreanu lässt erahnen, dass der junge Highroller das Turnier wohl ein wenig zu offensiv angegangen war.

@RealKidPoker: Durr is the most aggro limit player I’ve ever seen. He makes Gus look like a weak-tight nit. I’ve seen some very interesting hands so far.

barry_greenstein_wsop_event_2.JPGBarry Greenstein

Für ein wenig Zündstoff sorgte eine neue Regel bei der WSOP, denn nachdem Pokerlegende Brunson über die Lautsprecher den Startschuss gegeben hatte, mussten Spieler, die sich verspätet hatten, den kompletten ersten Level warten, ehe sie in das Geschehen eingreifen konnten. Unter den Wartenden befanden sich unter anderem Team PokerStars Pro Barry Greenstein, Tony G, Josh Arie und Robert Williamson III, die mehr oder weniger begeistert waren. Die neue Regel ist aber durchaus sinnvoll, denn sie soll gewährleisten, dass zum Start des Turniers die Tische ausgeglichen und voll besetzt sind.

Die sechs Levels an Tag zwei überlebten immer noch 54 Spieler, womit die 16 bezahlen Plätze noch ein gutes Stück entfernt sind. Vom Team PokerStars Pro hat sich der Holländer Noah Boeken mit knapp 400.000 in Chips einen Platz in den Top Ten erspielt und auch Barry Greenstein bleibt im Rennen um das Bracelet und die Siegprämie in Höhe von $1.559.046. Chipleader ist Kirk Morrison mit rund 740.000 Chips vor Andy Bloch (715.000). Auch für den heutigen Tag 3 stehen sechs Levels auf dem Programm, ehe am Montag dann die Finalisten ermittelt werden. Am Finaltisch wird dann aufgrund der TV-Aufzeichnung nicht mehr das 8-Game sondern ausschließlich No-Limit Hold’em gespielt.

dario_minieri_noah_boeken_wsop_event_2.JPGDario Minieri (li.) ist an Tag 2 gebusted. Teamkollege Noah Boeken (re.) gehört zu den Top Ten

Bei Event #3 scheint der erhoffte erste neue Teilnehmerrekord außer Reichweite zu sein. Zwar nahmen satte 2.601 Pokerspieler den ersten von zwei Starttagen beim $1.000-NLHE-Turnier in Angriff, aber der Rekord (mit Ausnahme der Main Events) aus 2009 liegt bei insgesamt 6.012 Teilnehmern (Tag 1A: 2.991; Tag 1B: 3.021). Bei nur 3.000 Turnierchips und zehn angesetzten Levels ging es mit zunehmender Spieldauer wie gewohnt Schlag auf Schlag. Die Bust-out kamen im Minutentakt und letztlich erreichten nur rund 280 Spieler Tag 2, der am Montag auf dem Programm steht.

Ob der ein oder andere Spieler aus dem deutschsprachigen Raum den Tag überlebt hat, werden erst die offiziellen Chipcounts bringen. Definitiv am Start waren Konstantin Bücherl, Tim Kahlmeyer, Jan von Halle, Team PokerStars Pro Johannes Steindl sowie Daniel Daniel Drescher und Team PokerStars Pro George Danzer. Die beiden letztgenannten sind auf jeden Fall vorzeitig ausgeschieden.

Die WSOP 2010 lockt tausende Spieler nach Sin City

Freitag, Mai 21st, 2010

world_series_of_poker_10.pngNur noch sieben Tage, dann blickt die Pokerwelt wieder für gut sieben Wochen nach Las Vegas. Die 41. World Series of Poker wird auch in diesem Jahr wieder tausende Pokerspieler aus aller Welt für 57 Turniere in das Rio Hotel & Casino locken und die Organisatoren erwarten neue Teilnehmerrekorde.

Dafür wurde im Vergleich zum Vorjahr 25 Prozent mehr Platz geschaffen. Allein im neuen Grand Pavilion des Rio Convention Centre werden zum Beginn der WSOP am 28. Mai 250 Pokertische aufgestellt sein und das sind fast doppelt so viele wie im altehrwürdigen Amazon Room, der mit 127 Tische ausgerüstet sein wird und Schauplatz für die Entscheidungen bei der WSOP bleibt.

IP_wsop1.jpgDer Amazon Room

Der Ablauf ist generalstabsmäßig geplant. Alle 12 Uhr Turniere starten im Grand Pavilion und werden erst am zweiten Turniertag im Amazon Room fortgesetzt. Je tiefer die Spieler ins Geld kommen umso weiter geht es im Amazon Room dann in Richtung Norden, dorthin wo am Ende des Saals die Finaltische der WSOP ausgespielt werden. Gleichzeitig bleiben die Organisatoren aber flexibel, denn gerade bei den $1.000-NLHE-Events ist es je nach Ansturm möglich, dass ein zusätzlicher Turniertag eingebaut werden muss.

Theoretisch könnten beim Main Event 15.000 Spieler an den Start gehen, was natürlich eher unwahrscheinlich ist. Allerdings haben die Veranstalter in diesem Jahr alles dafür getan, zumindest den Teilnehmerrekord mit 8.773 Spielern aus dem Jahr 2006 zu brechen. Dafür wurde auch der Independence Day am 4. Juli erfolgreich umschifft. Der Nationalfeiertag der Amerikaner kollidierte 2009 mit dem zweiten Starttag beim Main Event und da am Tag danach natürlich erst einmal die Feierlichkeiten verdaut werden mussten, waren die Teilnehmerzahlen an den Tagen 1A bis 1C unterdurchschnittlich und an Tag 1D mussten aus Platzmangel dann sogar rund 400 Interessenten wieder weggeschickt werden.

Ein weiteres Highlight wird es gleich zu Beginn am 27. Mai mit der Premiere der $50.000 Poker Player’s Championship geben, die das $50.000 H.O.R.S.E. ersetzt. An den ersten vier Tagen werden die acht Varianten des 8-Game gespielt, während am Final Table dann nur noch No-Limit Hold’em zum Zuge kommt, um auch die Bedürfnisse von ESPN und seinen Zuschauern zu befriedigen. Im vergangenen Jahr gab man dem Wunsch einiger Spieler nach auch am Final Table alle H.O.R.S.E.-Varianten zu spielen und verzichtete auf eine Aufzeichnung für das TV. Die Folge war ein Rückgang der Teilnehmerzahl um über 30 Prozent von 148 auf 95 Spieler. Team PokerStars Pro Daniel Negreanu, der die Idee zur Player’s Championship hatte, wettet das die 148 Spieler beim H.O.R.S.E. aus den Jahren 2007 und 2008 mit dem neuen Format auf jeden Fall geknackt werden.

Negreanu_WSOP.jpgTeam PokerStars Pro Daniel Negreanu

Der PokerStarsblog.de wird natürlich täglich von der World Series of Poker berichten und euch zudem einige aktuelle WSOP-Blogs vom Team PokerStars Pro Germany präsentieren. Ab dem 5. Juli, pünktlich zu Tag 1A des Main Events, bin ich dann vor Ort im Rio Convention Centre und bis zum 17. Juli (Tag 8) gibt es wieder jede Menge Updates, vor allem zum Abschneiden der deutschsprachigen Spieler. Vielleicht ist es in diesem Jahr ja endlich soweit, dass einer von ihnen zu den November Nine gehören wird, die im November am Final Table um den Weltmeistertitel spielen.

Natürlich ist es für einen Blogger allein unmöglich, in der Masse von Teilnehmern alle deutschsprachigen Spieler im Auge zu behalten bzw. überhaupt zu entdecken. Wer also sicher gehen möchte, dass Familie und Freunde in Deutschland, Österreich oder der Schweiz während des Main Events im PokerStarsblog.de über das eigene Abschneiden auf dem Laufenden gehalten werden, der schreibt mir einfach eine E-Mail an robin@intellipoker.com. Und die am besten sobald ihr wisst an welchem Tag und an welchem Tisch ihr in den Main Event startet.

Ich freue mich auf jeden Fall euch kennenzulernen und über euch zu berichten.

WSOP Main Event: Der neue Champion steht fest

Donnerstag, März 11th, 2010

wsop2009_thn.gifVerglichen mit dem Marathon vom Samstag, war das Heads-up um den Titel des WSOP Main Event Champions, zwischen Darvin Moon und Joe Cada, ein kurze Angelegenheit. Die 87 Hände (bzw. knapp drei Stunden) waren dennoch spannend, da die Führung wechselte und beide Spieler um ihr Turnierleben fürchten mussten.

In Level 39 (500.000/1.000.000, Ante: 150.000) ging es weiter, Cada hielt eine 2,3:1-Chipführung, doch Darvin Moon schnappte sich gleich in der ersten Hand einen Pot mit gut 50 Millionen Chips. Zunächst hatte Moon vom Button nur gecallt, aber Joe Cada erhöhte vom Big Blind auf 3,5 Millionen. Moon callte und der Flop brachte [3s][ks][2d]. Cada setzte weitere 3,5 Millionen, doch diesmal raiste Moon auf insgesamt 10 Millionen. Cada callte und tat dies auch für weitere 10 Millionen nach dem [ad] am Turn. Nach dem [kc] schlief die Action dann doch ein, beide Spieler checkten und Moon schlug mit Pocketqueens [9d][9c] von Cada.

WSOPHeads-up.JPG

Heads-up

Es entwickelte sich ein munteres Spielchen. Cada holte sich die Chips nach und nach zurück, dann ging Moon für kurze Zeit sogar in Führung. Pünktlich zur ersten Pause waren die Stacks nahezu ausgeglichen.

Joe Cada – 99.300.000
Darvin Moon – 95.500.000

Moon kam nach dem Break wesentlich besser in Schwung und gewann acht der ersten zehn Hände, bei einem Splitpot, ohne Showdown. In der zehnten Hand hatte Moon ein Raise von Cada vor dem Flop gecallt. [3h][5d][ac] wurde gedealt, Moon setzte von vorn 5 Millionen und Cada erhöhte auf 13 Millionen. Das beeindruckte den Holzfäller aus Maryland aber keineswegs, er legte sich fünf Stapel mit Chips zurecht und die reichten, um Cada zum Fold zu bewegen und Moon eine 3:1-Führung zu bescheren.

In Hand #346 (die 70. im Heads-up), war Cada dann erstmals All-in, aber seine Four-Bet vor dem Flop wurde nicht gecallt. Zehn Hände später sah das Ganze anders aus. Cada raiste auf 3 Millionen, Moon callte und der Dealer legte [tc][5d][9h] in die Mitte. Beide Spieler checkten und es folgte die [td] am Turn. Moon checkte erneut, sodass Cada die Initiative übernahm und noch einmal 3 Millionen ansetzte. Plötzlich annoncierte Moon das All-in, Cada versuchte ruhig zu bleiben und ließ sich tief in seinen Stuhl sinken. Letztlich kam es ganz leise über seine Lippen: „I call.” Cada riskierte sein Turnierleben, aber er lag vorn mit [jh][9h] für zwei Paare gegen [7s][8s] von Moon für den Openender. Der River brachte die [3h] und der 21-jährige Cada lag mit 108.300.000 in Chips wieder vorn.

Fans.jpg

Diesmal ließ sich der junge Pro aus Michigan die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Mit Two Pair baute er die Führung in Hand #359 aus und fünf Hände später bahnte sich die Entscheidung an. Cada hatte erneut für 3 Millionen den Pot eröffnet, Moon reraiste auf 8 Millionen und Cada, der seine Holecards noch einmal kontrolliert hatte, annoncierte das All-in. Moon war am Zug und entschied sich recht zügig für den Call. Es kam zum Showdown und somit musste Moon erstmals um sein Turnierleben fürchten.

Cada – [9c][9d]
Moon – [qd][jd]

Der Flop brachte dann [8c][2c][7s]. Cada lag weiter vorn und es fehlten noch zwei Karten zum Sieg. Am Turn folgte der [kh]. Noch eine Karte. Die [7c] am River machte dem Spuk dann tatsächlich ein Ende, der 21-jährige Joe Cada jubelte. Er hatte Geschichte geschrieben, geht als jüngster Champion aller Zeiten in Bücher ein und ist um $8.547.042 reicher.

Joe_Cada_WSOP.jpg

The Comeback Kid: Joe Cada

Darvin Moon muss sich nicht grämen, der Holzfäller aus Maryland hat mit Sicherheit mehr erreicht, als er jemals zu träumen gewagt hatte und wird dafür mit stolzen $5.182.928 belohnt. Auch Cada bestätigte die “tolle Leistung” seines Kontrahenten und bedankte sich dann artig bei seinem Anhang: “Ich möchte mich bei allen Leuten bedanken, die mich hier unterstützt haben. Ich weiß, dass sich viele von euch extra frei genommen haben, um hier dabei zu sein. Ich weiß dies zu schätzen.”

Zu den Pay-outs vom Finaltisch.

WSOP 2009 November Nine – Joe Cada WSOP Champion

Donnerstag, März 11th, 2010

WSOP Main Event: Joe Cada greift nach der Krone

Donnerstag, März 11th, 2010

wsop2009_thn.gifEigentlich waren alle neun Spieler, die in der vergangenen Nacht in das Rio Hotel & Casino in Las Vegas zurückkehrten, um am Finaltisch des Main Events der World Series of Poker 2009 Platz zu nehmen, bereits Gewinner, schließlich sind sichere $1.263.602 Preisgeld kein Pappenstiel. Aber den ganz großen Showdown am kommenden Montag, das Heads-up um den wichtigsten Titel im Pokerzirkus sowie schwindelerregende $8.546.435 Siegprämie, haben natürlich auch sieben der November Nine verpasst und obwohl diese Sieben mit prall gefüllten Geldbörsen und stolzgeschwellter Brust aus Las Vegas abreisen sollten, wird sich der ein oder andere wie ein Verlierer fühlen.

Finaltable.jpg

Insgesamt 17 Stunden dauerte der erste Teil eines Spektakels, das eine ganz besondere Geschichte schrieb. In der Hauptrolle PokerStars-Spieler Joe Cada, der erst in diesem Jahr 21 Jahre alt geworden ist und somit zum ersten Mal in seinem Leben den Main Event in Angriff nehmen durfte.

Für Cada schien der Traum vom Sieg in Level 36 (Blinds: 250.000/500.000, Ante: 50.000) bereits ausgeträumt. Er hatte den Pot für 1,25 Millionen Chips eröffnet, Jeff Shulman schob daraufhin seine restlichen 7.025.000 Chips zum All-in in die Mitte und Cada callte das Ganze nach langer Bedenkzeit mit [ad][js]. Shulman zeigte [as][kh] und verdoppelte, nachdem das Board mit [3h][ts][9c][qd][4d] gedealt war, während dem jungen Cada nur noch etwas mehr als vier Big Blinds blieben.

Was folgte, konnte 21-Jährige wohl selbst kaum fassen. Er erwischte einen sensationellen Lauf, hielt nur neun Hände später schon wieder über 12,5 Millionen in Chips und bei noch sechs Spielern war er zum wiederholten Male All-in. Wieder hieß der Gegner Jeff Shulman, wieder lag Cada hinten, diesmal noch deutlicher mit Pocket-Dreien gegen Pocketjacks. Doch gleich die Doorcard war eine Drei und Cada verdoppelte auf über 22 Millionen. Von da an lief es wie am Schnürchen, denn Darvin Moon zahlte auch noch die Rockets von Cada mit [ks][9c] voll aus – 45 Millionen in Chips.

Cada1.jpg

Fassungslos: Joe Cada

Bei noch drei Spielern führte der Franzose Antoine Saout mit etwas über 80 Millionen, vor Moon (76 Millionen) und Cada (40 Millionen). Es folgte eine Pause und gleich in der ersten Hand danach war Cada erneut All-in. Er hatte vom Small Blind auf 2,55 Millionen erhöht, Saout reraiste vom Big Blind auf 7,3 Millionen und Cada, der zwei Minuten in sich gegangen war, annoncierte das All-in. Saout callte sofort, aus gutem Grund, denn er zeigte im Showdown Pocketqueens. Cada drehte [2s][2c] um und benötigte einmal mehr Hilfe vom Board. Die kam dann auch prompt, der Flop brachte [7s][2d][9s] und damit wieder das Set für Cada. Turn und River waren Blanks und Cada erstmals Chipleader mit 78,6 Millionen in Chips.

Vier Hände später war Saout dann All-in mit Pocket-Achten gegen [ad][ks] von Cada. Der Flop mit [5h][4s][5c] brachte Cada diesmal keine Hilfe und auch nach der [td] am River durfte Saout weiter auf den wichtigen Double-up hoffen. Aber Cada war nicht zu stoppen und der River brachte den [kc].

Cada.jpg

Joe Cada

Damit erhält Joe Cada tatsächlich die einmalige Chance, Team PokerStars Pro Peter Eastgate als WSOP-Champion abzulösen und dem Dänen gleichzeitig auch den Rekord als jüngster Sieger in der Geschichte des Main Events abzujagen.

Sein Gegner wird am Montag der sympathische Holzfäller Darvin Moon sein, der erwartet unbekümmert in das Finale ging: „Wenn ich gewinne, gewinne ich. Wenn ich verliere, verliere ich.” Moon zog sein Spiel durch und eliminierte gleich drei Spieler im Laufe des Finales, unter anderem auch den großen Favoriten Phli Ivey.

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Darvin Moon

Mit 136.925.000 in Chips ist Cada sicherlich der Favorit, aber auch Darvin Moon hat mit 58.875.000 in Chips noch genügend Monition, um seinen Traum zum perfekten Abschluss zu bringen.

Die Bust-outs im Schnelldurchlauf:

9. Platz – James Akenhead – $1.263.602

Der Brite erwischte einen guten Start, als er mit K-Q gegen A-K von Eric Buchman eine Queen riverte und auf knapp 13 Millionen verdoppelte. Doch in Hand #54 rannte Akenhead mit Pocketkings in die Asse von Kevin Schaffel und fünf Hände später folgte das Aus mit Pocket-Dreien gegen Pocket-Neuner von Schaffel, der sogar ein Full House komplettierte.

8. Platz – Kevin Schaffel – $1.300.231

Vor PokerStars-Qualifikant Kevin Schaffel dürfte eine schlaflose Nacht liegen und er wird sich immer wieder fragen, wie es wohl gelaufen wäre, wenn … Ja wenn seine Asse auch, wie gegen Akenhead, gegen die Kings von Eric Buchman gehalten hätte. Haben sie aber nicht, denn Buchman floppte das Set und traf am Turn sogar den vierten und letzten König. Quads für Buchmann und die Rails für Schaffel.

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Kevin Schaffel

7. Platz – Phil Ivey – $1.404.014

Phil Ivey tat genau das, weshalb er von vielen Experten, trotz seines kleinen Stacks zu Beginn, der Topfavorit war. Er suchte sich seine Spots genau aus und sammelte viele kleine Pots ein. Doch mehr als knapp 17 Millionen Chips konnte er nie vor sich vereinen und immer wenn es drauf ankam, folgte der Rückschlag. Sein Bust-out illustriert dies sehr gut, denn Ivey investierte seine letzten 6,5 Millionen Chips mit [ac][ks] und dominierte [ad][qs] von Darvin Moon. Doch gleich im Flop tauchte die entscheidende Queen auf und so blieb der für ihn persönlich sicher enttäuschende 7. Platz.

6. Platz – Steven Begleiter – $1.587.133

Auch Steven Begleiter musste sich der A-Q-Kombi von Darvin Moon beugen. Begleiter hielt Pocketqueens, aber am River schlug das As für den Holzfäller ein und Begleiter wurde zum Cashout begleitet.

5. Platz – Jeff Shulman – $1.953.395

Das begehrteste Bracelet der Pokerwelt wird definitiv nicht im Mülleimer landen. Jeff Shulman hatte sich lange Zeit erfolgreich gegen das Aus gewehrt. Sicherlich wird er der verlorenen Hand mit Pocketqueens gegen Pocket-Dreien von Joe Cada etwas hinterher trauern. Das endgültige Aus folgte aber mit zwei Siebenern im Pocket, gegen A-9 von Saout, der die Neun floppte.

4. Platz – Eric Buchman – $2.502.787

Auch Eric Buchman erlebte eine Achterbahnfahrt, die allerdings nicht, wie bei Cada, das erwünschte Ergebnis brachte. Er war lange Zeit Chipleader, musste aber auch als Shortstack agieren. Ein Highlight war natürlich der Vierling gegen die Asse von Schaffel, der mit fast 90 Millionen Chips größte Pot des Turniers ging allerdings in die falsche Richtung. Buchman verlor das Preflop-All-in mit [ah][qc] gegen [ad][kc] von Saout. Letztlich reichte dann [ad][5c] nicht gegen [kd][jd] von Darvin Moon, der am Turn den [kh] traf.

3. Platz – Antoine Saout – $3.479.485

Mit 9,5 Millionen brachte der Franzose den zweitkleinsten Stack an den Finaltisch, doch Saout legte eine blitzsaubere Leistung hin, hielt bei noch drei Spieler sogar den Chiplead und schien fast sicher im Heads-up dabei zu sein. Am Ende war es schlicht und einfach Pech, allerdings stehen fast $3,5 Millionen Preisgeld zu Buche und Antoine hat mit Sicherheit viele Fans dazu gewonnen.

Drei PokerStars unter den November Nine

Donnerstag, März 11th, 2010

wsop2009_thn.gifAm kommenden Samstag, dem 7. November, um 23 Uhr (MEZ) kommt es zum großen Showdown im Penn & Teller Theater des Rio All-Suites Hotel & Casino in Las Vegas. Gesucht wird der Nachfolger von Team PokerStars Pro Peter Eastgate, dessen einjährige Regentschaft in der Pokerwelt sich also dem Ende neigt. Gut möglich, dass der Titel auch in diesem Jahr an einen Spieler aus der PokerStars-Familie geht. Unter den WSOP November Nine, die um die Krone im Pokersport spielen werden, tummeln sich mit Eric Buchman, Joe Cada und Kevin Schaffel nämlich gleich drei PokerStars-Spieler.

Die beste Ausgangsposition das begehrteste Bracelet im Poker zu gewinnen hat Eric Buchman, der mit 34.800.000 den zweitgrößten Stack an den Finaltisch bringen wird. Buchmans Leben dreht sich schon seit einigen Jahren fast ausschließlich um Poker, das Spiel, das er schon als Kind erlernt hatte. Als Buchmann dann erstmals mit seinem Bruder in einem Casino war, „stolperten wir natürlich über den Pokerroom.” Am SUNY Albany College machte der heute 29-Jährige zwar noch seinen Bachelor, aber sein Geld verdiente er längst als Pokerspieler. Bereits vor dem diesjährigen WSOP Main Event standen $900.000 an Turniergewinnen zu Buche, $1,2 Millionen kommen am Wochenende mindestens dazu.

Eric-Buchman.jpg

Seinen bisher einzigen großen Turniersieg feierte Eric im Jahr 2004, als er das New England Poker Classic im Foxwood Resort sowie $275.400 gewann. Zwei Jahre später verpasste er nur knapp sein erstes WSOP-Bracelet und wurde Zweiter bei einem $1.500-Limit-Hold’em-Event, was ihm $174.938 Preisgeld einbrachte. Ein WSOP-Circuit-Ring war auch schon zum Greifen nahe, doch im Dezember 2007 musste er sich in Atlantic City ebenfalls mit Rang zwei begnügen, das Preisgeld in Höhe von $208.666 konnte sich aber erneut sehen lassen.

Auch Joe Cada hat sich für das Leben als Profispieler entschieden. In der High School ging es zwar noch um Pausenbrote, aber Cada, von Natur aus ein Wettkampftyp, erkannte schnell, dass er das Spiel besser beherrschte, als die meisten anderen. Er begann um echtes Geld zu spielen, quittierte seinen Nebenjob in einem Restaurant und verließ später auch das College um seiner Berufung zu folgen.

Joe-Cada.jpg

In diesem Jahr wurde Cada dann 21 Jahre alt und durfte erstmals an der World Series teilnehmen. Mit Erfolg, denn schon vor dem Main Event verbuchte er seine zwei ersten Cashes in Liveturnieren, zunächst Rang 64 beim $2.500-NLHE für $6.681 Preisgeld und ein paar Tage später Platz 17 beim $1.500-NLHE für $21.533. Joe Cada hält mit 13.215.000 Turnierchips den fünftgrößten Stack am Finaltisch und hat als einziger Spieler die Möglichkeit Team PokerStars Pro Peter Eastgate als jüngsten Sieger der Geschichte des Main Events abzulösen.

Das einzige was Buchman und Cada mit dem dritten PokerStars-Spieler im Bunde verbindet ist wohl die Liebe zum Pokerspiel. Kevin Schaffel ist bereits 51 Jahre alt und entschied sich, nachdem er gut 30 Jahre einen Direktmailing- und Druckereibetrieb führte, erst im Frühjahr 2008 dazu, seine Rechnungen künftig mit den Einnahmen vom Pokerspiel zu bezahlen.

kevin-schaffel.jpg

Bereits im Alter von elf Jahren kam Schaffel mit Poker in Berührung und in den folgenden Jahren wurden die Homegame-Runden und Casino-Besuche immer zahlreicher. Aber erst im Jahr 2004 spielte Schaffel erstmals den Main Event der WSOP und erreichte auf Anhieb einen starken 42. Platz, der $60.000 wert war. Als Mitglied der November Nine schaffte er in diesem Jahr den Durchbruch und bereits im August legte er beim Championship Event der WPT Legends of Poker nach, kassierte als Runner-up $471.000. Im Oktober ging es dann zur EPT nach London, wo am Ende rang 19 für £17.000 zu Buche stand. Mit 12.390.000 in Chips geht Kevin Schaffel als Sechster in den Kampf um den wichtigsten Titel in der Pokerwelt.

Die Kollegen vom englischsprachigen PokerStarsblog.com werden live vor Ort sein und regelmäßige Updates vom Finaltisch bringen. Eine Zusammenfassung findet ihr natürlich auch bei uns im deutschen Blog. Gespielt wird am Samstag, bis die letzten zwei Spieler für das Heads-up feststehen. Deshalb ist der entscheidende Zweikampf auch erst für Montag angesetzt.


Watch EPT 6 London Day 2: WSOP stars Kevin Shaffel and Eric Buchman on PokerStars.tv

Anbei die Ausgangsposition vor dem großen Finale am Samstag:

Darvin Moon (USA) 58.930.000
Eric Buchman (USA) PokerStars-Spieler 34.800.000
Steven Begleiter (USA) 29.885.000
Jeff Shulman (USA) 19.580.000
Joe Cada (USA) PokerStars-Spieler 13.215.000
Kevin Schaffel (USA) PokerStars-Spieler 12.390.000
Phil Ivey (USA) 9.765.000
Antoine Saout (Frankreich) 9.500.000
James Akenhead (Großbritannien) 6.800.000

Und um diese Preisgelder geht es:

1. $8.546.435
2. $5.182.601
3. $3.479.485
4. $2.502.787
5. $1.953.395
6. $1.587.133
7. $1.404.002
8. $1.300.228
9. $1.263.602

WSOP 2009 Final Table: Ready to rumble

Donnerstag, März 11th, 2010